Montag, 24. Dezember 2007

Finnisches Essen [5]: Tähtitorttu

Zur Feier des Tages stelle ich mich der Herausforderung, den Backvorgang für "Sterntorten" oder "Weihnachtstorten" (joulutorttu, naja, nicht wirklich Torten...) auf komplizierte Weise zu erklären. Das ist bei so simplem Gebäck garnicht so einfach ;-).

Also: man braucht die im folgenden Bild befindlichen Zutaten und Werkzeuge (Anzahl 3, davon 2 Zutaten, 1 Werkzeug):
Man taue Zutat 1 (Blätterteigplatten) auf.
Sobald die Platten bereit sind, halbiere man sie und schneide eines der im nächsten Bild gezeigten Muster.
Danach kleckse man eine wohldosierte Menge der Zutat 2 (Pflaumenmus) in die Mitte (viel ist gut).
Nun falte man die Blätterteigplatte in der in den nächsten zwei Fotos gezeigten Weise.

Danach bei ca 200 Grad ca 10-15 Minuten backen.

Und dann möglichst warm essen. (Man kann auch sagen, dass sie nur warm oder am selben Tag gebacken schmecken...)

Bei dieser Backarbeit kann man seiner Kreativität so richtig freien Lauf lassen... naja, dafür kann man auch nur schwierig etwas falsch machen und sie schmecken gut.

Frohe Weihnachten!

Montag, 17. Dezember 2007

Nokia -- Connecting Pipeline

Eine Karrikatur im "Aamulehti" über das Wasserproblem in Nokia, der Heimatstadt der Gummistiefel, Reifen und Mobiltelefone.
In Nokia hat ein Mitarbeiter in der Wasserversorgung ein Ventil, was eigentlich garnicht dort sein sollte, geöffnet und damit verbrauchtes Wasser in die Trinkwasserleitung gebracht. Finnen pflegen Leitungswasser zu trinken (verständlich, bei der Wasserqualität und dem Preis für Wasser aus der Flasche) und so erkrankten viele so stark, dass sie ins Krankenhaus mussten. Die finnische Armee versorgte die Stadt einige Tage mit Wasser -- jetzt darf das Leitungswasser abgekocht wieder normal benutzt werden. Das Problem wird wohl bis zum Frühjahr bestehen. Was mit demjenigen passiert ist, der das Ventil geöffnet hat, ist unbekannt.

So, jetzt wisst ihrs. Diese Nachricht ist übrigens ca. zwei Wochen alt -- ich fand nur die Karrikatur sehr postwürdig und hatte bis jetzt keine Zeit etwas zu schreiben (Rentiere, Skifahren, Konzerte besuchen, Diplomarbeitschreiben etc.).
Foto von http://www.veep.ee/nokia.jpg.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Die spinnen, die Finnen [36]


Wesentlich mehr internationale Presse als z.B. der Krankenschwesternstreik bekommt das "Tetris-Hochhaus" in Tampere.
Ein renovierungsbedürftiges Studentenwohnheim ist in eine Art Bildschirm verwandelt worden. Die Fenster können in verschiedenen Farben leuchten -- und mit einem Mobiltelefon kann man darauf Tetris spielen.
Der Anlass: das 42. Jubiläum der Student Union der University of Technology Tampere. Coole Sache.
Ein Video gibts bei Youtube und auch hier:

Weitere Hintergründe hier.

Montag, 10. Dezember 2007

Zwielicht

Nach fast 5 Tagen im tiefsten Lappland mit mehr Schnee als ich je vorher an einer Stelle gesehen habe heute: Oulu ohne Schnee. Das der Schnee so einen Beleuchtungsunterschied macht, merkt man erst, wenn er weg ist...
Und wenn die Sonne es kaum über den Horizont schafft, ist auch die Bewölkung entscheidend. Heute also ein bewölkter Tag ohne Schnee. Es wird einfach nicht hell! Bzw. ist es jetzt um viertel nach 1 schon fast wieder vollständig dunkel...
Dafür ist es bei Schnee und klarem Wetter sehr erträglich. Die Sonne bleibt auch nach dem offiziellen Sonnenuntergang stundenlang kurz hinterm Horizont stehen und beleuchtet die Welt indirekt noch ein bischen weiter. Dann kommt die "blaue Stunde". Alles wird in ein bläuliches Zwielicht getaucht. Sehr schön.
Man sollte nur nie den Fehler machen, den Skiweltcup von Aspen im Fernsehen anzuschauen -- die haben Schnee und Sonnenschein von oben!
Der Milch in Finnland wird übrigens standardmässig Vitamin D zugesetzt -- das wird normalerweise bei Sonneneinstrahlung von der Haut gebildet... Man kann aber auch einfach wie die Inuit (und die Finnen) Fettfische essen. Das nur zur allgemeinen Information. Mehr natürlich bei Wikipedia.

Montag, 3. Dezember 2007

Advent, Advent

Erst dachte ich, ich hätte garkeinen Adventskalender, aber jetzt sind es sogar zwei:

Den ersten habe ich bei Adriaan gefunden: Den Mathekalender. Jeden Tag gibt es eine neue Matheaufgabe. Wenn man sich anmeldet, kann man auch um die Wette kalendern und Preise gewinnen, aber ich rechne nicht damit, dass ich jeden Tag Zeit finde.
Den anderen gibt es sowohl im Fernsehen (SubTV, ein Sender, den man normalerweise nicht unbedingt einschalten muss...) als auch bei Youtube.
"The Joulukalenteri" ist eine 24-teilige Geschichte von Weihnachtselfen, die einen Schlüssel finden müssen -- um es mal kurz zu machen. Dabei sprechen sie ein Gemisch aus Finnisch und Englisch, aus welchem Grund auch immer. Mein Finne weiß es auch nicht... Dadurch ist es sehr schön zum Finnischlernen geeignet, besonders wenn man es auf Youtube nochmal zurückspulen kann.

Die erste Hälfte der ersten Folge gibt es hier (von Youtube verlinkt):

Freitag, 30. November 2007

Rakenteilla

Ich werde ein bischen was am Aussehen dieses Blogs verändern -- ich hoffe, es klappt. Es kann also zwischendurch mal ein bischen seltsam aussehen.

Edit: Fertig. Kritik und Anregungen willkommen.

Mittwoch, 28. November 2007

Es weihnachtet ein bischen

So sieht die Ouluer Innenstadt seit ein paar Tagen aus -- geschmückt mit Lichtern und Schnee. Obwohl (oder gerade deswegen) die Verweihnachtlichung recht dezent ausfällt, bekommt man ein sehr weihnachtliches Gefühl. Der Schnee (hab ich in diesem Blog Schnee bereits oft genug erwähnt? Schnee, Schnee, Schnee, gestern bin ich von der Arbeit auf Skiern nach Hause gefahren...) und die relative Ruhe in der Einkaufsstrasse halfen sicherlich auch. Es wird einfach nicht weihnachtlich, wenn von allen Seiten verschiedene Weihnachtslieder auf einen einbrüllen und die Menschen sich gegenseitig vor Weihnachtseile fast über den Haufen rennen. Zumindest wird es dann nicht das gewünschte "gute" Weihnachtsgefühl, sondern eher die "Weihnachten, nein Danke"-Stimmung.

Die Finnen feiern übrigens Weihnachten und "pikkujoulu" (kleines Weihnachten). Zweiteres ist in Deutschland auch als Weihnachtsfeier bekannt, ist in Finnland aber wesentlich ausgeprägter... und mit mehr Alkohol verbunden. Ausserdem tragen die Finnen dort angeblich festliche Kleidung (Anzug etc.), was sonst so gut wie nie vorkommt. Sogar Staatsminister können auch im Pullover im Fernsehen auftreten.
Ich habe die Firmen-"pikkujoulu" aber verpasst. Ich hatte Bauchschmerzen und aus unserer Abteilung wollte sowieso kaum jemand hingehen.

Und noch ein bischen Vermischtes:
Grüsse an den Aachener Weihnachtsmarkt.
Glühwein heisst hier "Glögi" und ist noch süsser als in Deutschland.
Die Sonne geht inzwischen um halb 3 unter.
Der Nikolaustag ist ein Feiertag in Finnland ;-) (genannt auch Finnscher Unabhängigkeitstag)
Die Finnen kennen weder das Christkind noch den Nikolaus.
Am verlängerten Nikolauswochenende fahr ich nach Lappland und kann dann endlich meine neuen Skier (die immer noch geschont werden, aber die alten werden rege benutzt) ausprobieren (auch das kann nicht oft genug erwähnt werden).

Freitag, 23. November 2007

Zweitschnee


Nachdem kurz nachdem ich mir meine neuen Skier gekauft hatte, der Schnee anfing zu schmelzen und gestern schon wieder grünes Gras durch den Schneematsch schimmerte konnte ich heute morgen den zweiten "richtigen" Schnee erblicken. Und der bleibt ja im Gegensatz zum ersten meistens liegen *hoff*.
Die Welt sieht auf jeden Fall mit Schnee schöner aus. Sogar der Parkplatz der Firma. Man beachte bitte auch, dass es noch nicht dunkel ist (um 14:31 Uhr). Offizieller Sonnenuntergangstermin heute ist übrigens 14:46.

PS: Man beachte bitte den Mauszeiger im Bild, das soll so...

Dienstag, 20. November 2007

Streik 3

Der Krankenschwesternstreik ist abgewendet -- natürlich im letzten Moment. Kaleva schreibt, dass sie einen vier Jahre gültigen Vertrag vereinbart haben, der 20-28% Lohnsteigerung über die Zeit verteilt bringt. In zwei Jahren kann man sich vermutlich auf einen neuen Tarifstreit einstellen, denn die anderen Gewerkschaften in diesem Sektor (das ist so ähnlich wie bei den deutschen Lokführern, es gibt verschiedene) haben bereits im Herbst einen Zweijahresvertrag abgeschlossen, der Lohnerhöhungen von ca. 12% beinhaltet.

Spiegel Online hat auch einen Artikel dazu.

Interessant war auch der dreitägige Alko-Streik. Alko ist die staatliche Ladenkette für alkoholische Getränke die mehr als 4,7 Volumenprozent Alkohol beinhalten. Dieser Streik wurde natürlich in allen Nachrichten erwähnt und es gab Bilder von Menschenschlangen bis weit vor den Laden zu sehen ;-)
Drei Tage ohne Alkohol...
Auch bei uns bei der Arbeit ist es noch ruhig, aber so langsam nervt dieser Streit dann doch, weil einige wichtige Informanden auf unbestimmte Zeit verschwunden sind...

Und das wars dann auch erstmal vom Streik, hoffe ich.

Sonntag, 18. November 2007

Nacht- und Normalskifahren

Nachtskifahren ist sicherlich in Finnland erfunden worden. Was in den Alpen als Attraktion angeboten wird, ist in Finnland kaum zu vermeiden. Hier in Oulu ist es im Moment spätestens um 4 Uhr nachmittags dunkel. An Tagen mit Bewölkung natürlich früher.
Am Freitag, als endlich genug Schnee lag, musste ich natürlich sofort skifahren. Wir haben eine 1,5 km lange Runde fast vor der Haustür, und nachdem ich ein bischen im Wald herumgeirrt war, konnte es losgehen.
Ich konnte mich tatsächlich noch an die Bewegungen erinnern und es lief ziemlich gut. Nach drei Runden stand fest: Ich werde viel skifahren in diesem Winter. Und der Rundkurs ist recht abwechslungsreich -- es gibt sogar Hügel, bzw einen "Harju" (so eine Art Hügelkamm), der sehr effektiv genutzt wurde, so dass es drei Steigungen auf der Strecke gibt. Nach den drei Runden war jedoch Schluss, denn ich wollte am nächsten Tag nicht muskelgekatert auf meine "echte" Tagskitour gehen.

Am Samstag ging es also fast direkt von zu Hause auf der Loipe aus der Stadt raus -- eine schöne Strecke mit Seen und Bäumen, allerdings Leider gab es noch nicht so viel Schnee, dass eine Loipe für traditionelles Skifahren gemacht werden konnte, aber ein paar Leute hatten dies zumindest ansatzweise versucht. -10 Grad sind beim Skifahren garnicht so kalt, sogar die Körperteile, die z.B. beim Fahrradfahren immer zuerst frieren (Gesicht, Füsse, Hände), werden gleichmässig mit Wärme versorgt. Ein sehr schöner Morgen also.

Hier ein paar Bilder von der Strecke:Eine Extrabrücke für die Skifahrer -- sehr gute Einrichtung. Auch in Tunneln oder Unterführungen wird bei guten Schneebedingungen Schnee "ausgelegt" -- aber jetzt natürlich noch nicht.

Interessant sind auch die Verkehrszeichen in Handtellergrösse (nicht mein Handteller...)


Zum Beispiel: Vorsicht Kurve und Radfahrer.
Und ein Stoppschild.

















Am Nachmittag hab ich mir dann Skatingskier gekauft -- ich war an dem Tag ziemlich motiviert und ausserdem gab es 20% Studentenrabatt ;-). Leider liegt noch etwas zu wenig Schnee um die neuen Skier zu benutzen -- aber spätestens an Nikolaus werden sie eingeweiht, da fahr ich nämlich nach Lappland.

Freitag, 16. November 2007

Streik 2

Jetzt will die finnische Regierung ein Gesetz (eil-)erlassen, dass Krankenschwestern, die gekündigt haben, trotzdem arbeiten müssen. Wie soll das denn gehen?
Man kann also ins Gefängnis kommen, wenn man nicht arbeitet während man nicht angestellt ist. Sehr seltsam.

Jetzt schreibt auch der Spiegel etwas dazu:
Spiegel-Bericht

Die Finnen sehen diesen Streit übrigens durchaus kritischer als der Spiegel-Redakteur, unter anderem weil es schon Angebote von 15% (oder so) Gehaltserhöhung gegeben hat -- die Krankenschwestern wollen aber 30%.
Und es trägt auch nicht zur Solidarität bei, dass die Stadtverwaltungen im Fernsehen live vorrechnen, wie stark die Steuern erhöht werden müssen, sollte man auf die Forderungen eingehen...

Ach ja: Deutsche Krankenschwestern verdienen etwa so viel. Kein grosser Unterschied zu Finnland.

Donnerstag, 15. November 2007

Streik

Während in Deutschland "nur" die Lokführer streiken, haben sich in Finnland die Krankenschwestern überlegt, dass sie 30% mehr Gehalt haben möchten. Und da man als Krankenschwester nicht "normal" streiken kann, weil man dann gesetzlich verpflichtet ist, einen "Basisdienst" zu leisten, haben sich die Schwestern überlegt, dass sie kündigen, wenn sie nicht die geforderte Gehaltserhöhung erhalten.

Mehr dazu gibt es auch hier (die einzige Meldung die ich auf Deutsch gefunden habe...).

Was sich für mich jedoch am deutlichsten auswirkt: Ruhe am Arbeitsplatz. Irgendeine Technikergewerkschaft streikt nämlich auch, und zu der gehört der Grossteil unserer "Subcontractors" -- besonders die, die im Labor gegenüber immer so einen Krach machen ;-)

Das bedeutet für andere natürlich, dass ihr Projekt nicht vorankommt, weil alle ihre Arbeiter streiken, aber für mich ist es Erholung pur :-P

Donnerstag, 8. November 2007

Traurige Premiere

Gestern ist ein Schüler in Finnland an seiner Schule amokgelaufen. Er hat acht Menschen und sich selbst umgebracht. Das ist heute das einzige Thema in Finnland, sogar im Finnischunterricht haben wir darüber gesprochen. Die Flaggen sind heute auf Halbmast gesetzt (und es gibt viel Flaggen in Finnland). Dies ist das erste Mal, dass etwas Derartiges in Finnland passiert ist.

Sogar die deutschen Medien berichten, wenn auch unter "ferner liefen":

Spiegel

Tagesschau.de

Vielleicht nur eine Ausdrucksweise der Kranken unserer Zeit ist, dass er die Vorbereitungen sowie das Datum des Anschlags minutiös im Internet dokumentiert hat -- aber aus irgend einem Grund hinterlässt das ein noch seltsameres Gefühl in mir.

Montag, 5. November 2007

Fies: Internet... ääh Rauhfasertapetenpuzzle

Einige geplagte Menschen erinnern sich vielleicht noch an meine vor einigen Jahren minutiös angelegt und häufig erweiterte Brotsammlung. Für alle Unbedarften: Das ist ein Archiv mit lauter Videoclips mit Bernd dem Brot, Chili dem Schaf und Briegel dem Busch. Wem das nichts sagt, der möge danach googlen ;-)

Wie auch immer, nun machte mich jemand auf diese Seite aufmerksam:

http://www.kika.de/spielspass/spielen/alle_spiele/tapetenpuzzle

Wer unbedingt will, kann sich das ansehen und Bernds Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Wer gerade eine Diplomarbeit schreibt sollte davon vielleicht eher absehen...

Eigentlich sind besonders die Leute fies, die einen auf sowas aufmerksam machen... so wie ich. :-P

PS: Und ich war stark, ich habe nicht zuende gepuzzlet, sondern weiter meinen CIC-Interpolationsalgorithmus implementiert. Ich bin stolz auf mich.

PPS: Besonders fiese Leute schaden der finnischen Wirtschaft, indem sie den Link in der Firma weitergeben. Anscheinend sind auch völlig unbrotgeschädigte Menschen zum Rauhfasertapetenpuzzeln fähig.

Sonntag, 4. November 2007

Finnisches Essen [4]: Pulla


Pulla -- Hefeteilchen mit Kardamom. Sehr lecker, deshalb hier ein Rezept, das zweimal sehr gut geklappt hat:

Zutaten:
5 dl Milch
50 g Hefe
1-2 Tl Salz
2 dl Zucker
1 El Kardamom
2 Eier
15 dl Mehl
150 g Butter oder Margarine

Hefe in der warmen Milch auflösen, Salz, Zucker, Kardamom und Eier vermischen, dann Mehl dazugeben und zu Teig verkneten. Zuletzt die Butter anwärmen und mit dem Teig vermengen.

Den Teig nun ca eine halbe Stunde gehen lassen. Dann kann er auf verschiedene Arten verarbeitet werden. Entweder einfach zu Bällen rollen oder zum Beispiel zu Zimtschnecken (Teig ausrollen, mit Butter bestreichen, Zimt draufstreuen und wieder einrollen) verarbeiten. Die Teilchen mit Ei bestreichen und mit grobem Zucker bestreuen. Bei 225 Grad nicht sehr lange backen. Fertig.

Ach ja: dl bedeutet Deziliter. Das ist die Einheit, in der in Finnland fast alle Rezeptangaben gemacht werden. Etwas ungewöhnlich, aber sehr praktisch, wenn man keine Waage hat ;-)

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Nun aber wirklich: Winter

"take a backup of the weather forecast so that it can be restored in case they try to change it"

Danke für den Tipp, den ich gerade per firmeninternen Instant Messenger bekommen habe (der eigentlich eher für Arbeitsbezogeneres gedacht ist).

Hier also der Wetterbericht, fest gebucht und wiederherstellbar falls er aus Versehen überschrieben wird:Und Dienstag schneits dann.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Weltreise

Die Ameisen

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.

(Joachim Ringelnatz)

Dieses Gedicht fiel mir heute auf dem Weg zur Arbeit ein und geht mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf...
Als ich klein war, dachte ich immer, dass Altona ja auch schon ungefähr die Hälfte der im Gedicht angesprochenen Weltreise sein müsste -- denn von (Hamburg-) Tonndorf bis nach Altona ist es ganz schön weit, man muss über eine halbe Stunde Auto fahren oder sogar mehr als eine Stunde mit dem Fahrrad... Für ein ungeduldiges Kleinkind also beinahe unendlich.

Ich kam wohl darauf, weil die Hausaufgabe im Finnischkurs diese Woche lautet: Beschreibe eine Weltreise mit möglichst vielen verschiedenen Verkehrsmitteln. Weltumrundung im Flugzeug mit einmal tanken in Singapur fällt also schonmal aus, ist ja klimatechnisch heutzutage auch nicht mehr so angesagt. Schade.
Ich habe bei diesen Schreibübungen immer das Problem, dass ich mich nicht kurzfassen kann und dann längst nicht alles abgehandelt habe, aber viel zu viel geschrieben... Letzte Woche sollten wir zum Beispiel über unsere Wohnung, Familie und Freunde schreiben -- ein Fass ohne Boden.

Ich schätze, wenn ich in Altona angekommen bin, hab ich so ca. eine Seite geschrieben. Vielleicht wäre es dann weise, auf den letzten Teil der Reise zu verzichten, schliesslich bin ich dann sowieso fast zu hause.

Samstag, 27. Oktober 2007

Die spinnen, die Finnen [28]

Gestern in der Kaffeepause: Raino, unser Sportexperte fragt:
Na, hast du schon Skating Skier gekauft?
(Für die Unwissenden: Es gibt zwei Arten, Langlaufski zu fahren, traditionell oder skaten -- und ich hab nur traditionelle Skier aber skaten ist viel schneller und einfacher)
Ich: Naja, ich hab mich schonmal umgeschaut, aber es ist ja noch ein bischen Zeit bis man Skifahren kann...
(draussen 7 Grad oder so und ausnahmsweise mal kein Nieselregen)
R: Schnee kann schneller kommen als man denkt -- letztes Jahr um diese Zeit hat es auch plötzlich 15 cm geschneit.
Ich habe meine Skisaison übrigens schon letzte Woche angefangen. In Vuokatti.

Finnen müssen nämlich dringend im Oktober Skifahren und deshalb haben die Menschen in Vuokatti ein bischen Schnee von letztem Winter aufbewahrt und damit jetzt eine Loipe gebaut. Die ist einen (1) Kilometer lang. Man fährt also ca 250 km von Oulu nach Vuokatti um dort eine 1 km lange Piste zu befahren. Und damit es sich lohnt macht man das dann zwei Stunden lang. Lustig ;-)

Dienstag, 23. Oktober 2007

Ein bischen zu viel finnische Kultur

...erlebte ich Freitag Nacht.
Kaarina und ich hatten Karten für ein Konzert der Band 69 Eyes (finnischer Rock in Englisch). Das Konzert begann um 23 Uhr und so blieb reichlich Zeit, vorzuglühen. Kaarina hatte einen "recreation evening" mit ihrer Projektgruppe von der Arbeit und nachdem diese in einem Restaurant gegessen (und getrunken) hatten, ging es in den "Klub", der einer der am Projekt beteiligten Firmen gehört. Kaarina rief mich an und lud mich ein auch zu kommen. Also radelte ich durch die sternklare (kalte) Nacht und stellte mein Rad vor dem "Klub" ab. Ich drehte mich um und wurde zur Begrüßung gedrückt... von wem eigentlich? Nach einigen Sekunden des Ûberlegens wusste ich wieder wen ich vor mir hatte: Jussi. Den hatte ich schon mal beim Mittagessen gesehen und später auch nach Eingangsdaten für meine Filterstruktur gefragt. Ich kenne ihn also nach finnischen Maβstäben überhaupt nicht. Wem das nicht weiter seltsam vorkommt, sollte beachten, dass sich diese Situation in Finnland abspielt. Sein Begleiter war Tomi, mit dem ich vor dem Sommer mal zusammen gearbeitet hatte (was nicht bedeutet, dass er mich bei der Arbeit auf dem Flur grüßt...), der hier aber recht aufgeräumt wirkte und noch reden konnte.
Mir wurde ein halbes Bier angeboten und wärend die beiden rauchten, dufte ich mich über die Band Kraftwerk unterhalten, schließlich komme ich aus Deutschland ;-). Ich weiß leider so gut wie nichts von dieser Band, was Jussi aber nicht davon abhielt, es im Verlauf des Abends noch mehrmals anzusprechen.
Der "Klub" war eine Einzimmer-Wohnung, die sich hauptsächlich durch ihren mit Bier gefüllten Kühlschrank auszeichnete. Ich traf einen Haufen recht bis sehr betrunkener Arbeitskollegen an. Innerhalb von 40 Minuten schaffte ich es, drei Bier zu trinken und 7 abzulehnen ;-).

Das Konzert der "69 Eyes", Vertreter des Finnischen Rocks auf Englisch, war unterhaltsam und eingängig -- Mainstream auf Finnisch ist besser auszuhalten als Mainstream auf Deutsch.
Nachher: Die anderen suchen, den müde waren wir nach dem Konzert nicht gerade. Also: Anrufen, und schon der dritte Anruf war erfolgreich, nachdem es bei 1 und 2 etwas schwierig war, zu verstehen um was es ging, teilweise wussten die Leute auch nicht so genau wo sie gelandet waren oder konnten es nicht mehr in finnischer Sprache ausdrücken.
Wir fanden sie also in einer Ouluer Kneipe, die mir bisher unbekannt war und in der man draussen sitzen kann -- mit Heizstrahlern bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kein Problem. Sehr nett eigentlich, bis darauf, dass unsere Mitstreiter in den Stunden unserer Abwesenheit noch ein bischen was getrunken hatten. Nachdem es mir gelungen war, aus einem Gespräch über "Kraftwerk" zu entfliehen, versuchte sich jemand, der nicht mehr geradeauslaufen oder -sprechen konnte, sich hinzusetzen. Das klappte dann sogar nach einigen Versuchen. Ich musste dann leider dringend nach Hause...

Dieser Bericht erfüllt natürlich mal wieder jegliche Klischees, aber es war so. Wie können sich erwachsene Menschen um die 40 in der Öffentlichkeit mit ihren Arbeitskollegen so abschießen? Der Umgang mit Alkohol ist wirklich ein anderer als in Deutschland, was sich auch in der Getränkeauswahl ausmacht. Einen mindestens gleich hohen Marktanteil wie Bier hat "Cider", beliebt (und verhältnismäßig billig) auch in Geschmacksrichtungen wie "Vanille", "Erdbeere" oder "Birne" -- mit anderen Worten: Geschmacksrichtung "abartig süß/ungenießbar/Gesagetränk". Die Zielgruppe hierfür sind nicht nur Teenager sondern auch Altersgruppen darüber und nicht nur Frauen. Aber: Die Finnen betrinken sich natürlich nicht ständig besinnungslos, noch nichtmal jedes Mal, wenn sie Alkohol haben... aber einige Finnen bestätigten mir, dass es für sie schwierig ist "mittelviel" zu trinken. Es geht entweder ein Bier oder viele.
Hinzu kommt vielleicht auch, dass diese Ausrutscher in Finnland belächelt und mehr oder weniger akzeptiert werden. Während man in Deutschland ein Held ist, wenn man viel trinkt und man einem die Betrunkenheit nicht anmerkt, ist man in Finnland ein Held, wenn man viel trinkt und sehr betrunken ist.
Warum das so ist, konnte mir bisher niemand erklären. Harri (Freund und Arbeitskollege, der seit einigen Jahren überhaupt keinen Alkohol mehr trinkt) meinte, die finnische Trinkmentalität wäre wie die osteuropäische. Aber das ist auch keine Erklärung. Immerhin sind die Finnen dann nicht mehr schüchtern ;-).

Freitag, 19. Oktober 2007

Baumbonus

Wenn man bisher 500 Euro in die Deutsche Bahn investiert hatte und als BahnCard-Nutzer somit 500 BahnBonus-Punkte sammeln konnte, konnte man unter anderem so hochwertige Prämien wie 7xFAZ oder 1xEssen im Boardrestaurant in Empfang nehmen.

Jetzt gibts neue Prämien. Die beste: "Baumprämie für 10 Bäume im Wert von 10,- Euro". 10 Bäume sind mehr als 7 FAZs oder 1 Essen. Leider darf man die nur in Deutschland pflanzen. Aber in Finnland gibts ja sowieso schon genug davon.

Fundiertere Informationen:
http://www.bahn.de/p/view/preise/bahnbonus/praemien_500.shtml

Sonntag, 14. Oktober 2007

Winteranfang

Der Winter war da:

Am Freitag morgen schaute ich aus dem Fenster und traute meinen Augen kaum: Schnee und -3 Grad. Zumindest ein bischen. Und er blieb bis Samstag abend liegen. Jetzt sinds wieder drei Grad und Nieselregen...
Für Norddeutsche wirkt dieses Bild schon sehr weihnachtlich:Die Schattenseite: Es ist ein bischen glatt...

Freitag, 12. Oktober 2007

Gefällt mir: Einestages

Spiegel online hat eine neue Rubrik: einestages.

Einestages soll ein "kollektives Gedächnis der Gesellschaft" werden. Was auch immer das ist. Es enthält auf jeden Fall schon eine Menge guter Geschichten. Die Themen reichen von E.T. bis RAF und dem "Lebensborn" im Dritten Reich.

http://einestages.spiegel.de/page/Home.html

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Rutschig

Heute morgen gabs den ersten "nassen" Nachtfrost und dies ist das Ergebnis auf der "Autobahn" in Oulu:

(Foto: www.Kaleva.fi)

Mehr schöne Bilder gibts hier: http://www.kaleva.fi/plus/galleria_popup/index.cfm?g=1545
Scheint auch für die Finnen etwas unerwartet gekommen zu sein. Normalerweise gibts im Herbst nämlich (Kaffeepausen-Information) nur "trockenen" Nachtfrost, fast ohne Eis...
Ich habe beschlossen, dass ich dringend Spike-Reifen brauche.

Montag, 8. Oktober 2007

Global Dimming

Wieder etwas in der Mittagspause gelernt:

Ohne Luftverschmutzung wäre die globale Erwärmung noch stärker. Falls sie denn überhaupt stattfindet, was ein Dokumentarfilm, der gestern in MTV3 (finnischer Fernsehsender) ausgestrahlt wurde, bezweifelt. Ich allerdings nicht.

http://www.eduhi.at/...
http://de.wikipedia.org/wiki/Global_dimming

Verlegenheit

Es häuft sich gerade so, deshalb möchte ich hier ein finnisches gesellschaftliches Phänomen beschreiben, aber mit dieser Stichprobengrösse kann ich keine Aussage über die Signifikanz dieser Beobachtung machen. Das könnte mir (theoretisch) in jedem anderen Land auch passiert sein.
Aber trotzdem:
Das ist doch nicht normal...
Es gibt eine Gattung Menschen, männlich so zwischen 20 und 35, die es nicht wagt, ein Wort mit mir zu wechseln oder der es zumindest äusserst schwer fällt, wenn sie dazu (z.B. bei der Arbeit) gezwungen wird.
Das kann dann so aussehen:
Kaarina und ich gehen unserer erst neulich aufgekommenen Tradition des Formel 1-Sehens (dabei tut man folgendes: Kaffeetrinken, sich unterhalten, finnische Computerzeitschriften lesen und auch sonst den Fernseher mit Missachtung strafen) nach -- bei unserem Nachbarn. Dabei treffen wir kurz nach dem Eintreffen auf eine uns bisher unbekannte Person. Ich sage also: "Hi, I'm Imke", er schaut einen winzigen Augenblick und ist dann mit dem Aufhängen seiner Jacke beschäftigt. Auch danach, kein Wort. Kaarina hilft dann mit dem Anfang des Satzes: "Nice to meet you, my name is ..." und sieht ihn fragend an -- keine Reaktion. In den darauf folgenden zweieinhalb Stunden komme ich mir wie Luft vor. Und nachher sagt unserer Gastgeber: "Maybe, he's a little bit shy..."
Zweites Bespiel:
Der derzeitige Freund meiner Mitbewohnerin, den ich häufiger in (unserer!) Wohnung antreffe, schafft es inzwischen, nach einiger Ûbung, "Hei" zu sagen und wenn er dazu explizit gezwungen wird auch mal nen halben Satz. Erklärung natürlich: "Sorry, he's a little bit shy. And he is so unsure about his english".
Drittes Beispiel:
Ich brauchte bei der Arbeit Informationen über ein Projekt von einem bisher unbekannten Mitarbeiter. Also hingelaufen und gefragt. Erstmal Stille, dann vooorsichtig drei Wörter gesagt. Seine Körpersprache verriet eine seltsame Mischung aus Unbehaglichkeit und der Bemühung, meine Fragen ausführlich zu beantworten. "He seems to be a little bit shy", dachte ich mir, aber das war wohl in diesem Fall nicht ganz richtig; ein Finne erklärte : "Well, he's a mathematician." Na gut, dann ist ja alles klar.
Letzteres hätte mir wohl auch in Aachen passieren können, aber dass jemand überhaupt kein Wort mit mir wechselt -- das ist dann schon etwas sehr seltsam. Und nicht sehr erwachsen... man kann doch in dem Alter nicht soo verlegen sein, oder?
Interessant ist auch, dass dieses Verhalten in Finnland einfach akzeptiert wird. Sicherlich fällt es auch in Deutschland einigen Leuten schwer, fremden Personen gegenüberzutreten, aber zumindest den Namen sagen, das wäre doch drin, oder?

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Noch ein aktueller Anlass:


Man kann jetzt natürlich diskutieren ob es etwas bringt, Banner auf seine Webseite zu setzen generell und speziell in diesem Fall, aber ich lasse das einfach mal. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Zum Beispiel hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Burma
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,k-7210,00.html
www.free-burma.org

und wer mehr zum Banner wissen möchte:
http://www.asienhaus.de/public/archiv/symbolpfau.pdf

Das Wort "Kleptokratie" ist sehr bezeichnend für diese Herrschaftsform. Unfassbar.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Aus aktuellem Anlass:

Heute erreichte mich eine Nachricht aus Deutschland, die unter anderm diesen Satz enthielt: "Warst Du schon Skifahren?"

... leider, leider hat es immer noch nicht geschneit... Ich gehe damit ja meinen finnischen Mitmenschen schon seit ca. Anfang September auf die Nerven, aber eine permanente Schneedecke gibts normalerweise wohl ab Mitte November. Ich hoffe drauf. Im Moment ist es nur nass und ziemlich dunkel.

Aber am Wochenende wars schön (und kalt) und wir waren auf Hailuoto campen. Doch davon später.

Freitag, 28. September 2007

... und kalt

Heute morgen war die Welt berauhreift und das Wasser in den Pfützen gefroren... Es ist noch nichtmal Oktober!

Mangels Auto und Fahrer (der sich geweigert hat, bei diesen Nachttemperaturen ausserhalb seines eigenen Hauses zu übernachten (Weichei.... und das will ein Finne sein...)) werden Kaarina und ich wohl nicht auf dem "Karhunkierros" wandern, aber irgendwas wo man im Wald rumlaufen und Würstchen grillen kann wird sich auch in Fahrradnähe schon finden ;-)
Die Transportmöglichkeiten zum Karhunkierros sind leider am Wochenende völlig aufs Auto beschränkt, Busse fahren nur in der Woche und das auch nur einmal am Tag (ganz früh morgens), von Zugverbindungen garnicht zu reden. Allerdings gibt es wohl ein Flugverbindung über Helsinki -- das ist Nordfinnland...

Mittwoch, 26. September 2007

Es wird dunkel

Die Tagundnachtgleiche ist überschritten und es wird besorgniserregend schnell früher dunkel. Gestern abend als ich aus der Innenstadt nach Hause fuhr, habe ich zum ersten mal dies gesehen:Fontänen am Staudamm (da wo ich vor ein paar Wochen auf der gleichen Fahrt das Foto mit dem Regenbogen (siehe unten) gemacht habe). Nicht nur das sie beleuchtet sind, nein, sie vollführen auch eine Choreographie, werden grösser und kleiner, heller und dunkler oder werden mit verschiedenfarbigem Licht angestrahlt. Besonders mit Vollmond sehr stimmungsvoll. Leider wohl nicht winterfest.
Das Foto hab ich übrigens mit meiner Handykamera gemacht... meine "normale" war natürlich mal wieder nicht dabei, ebensowenig wie das nötige Stativ...

Dienstag, 25. September 2007

Spargelkohl (Finnisches Essen [3])

Heute gibts in der Kantine unter anderem "Parsakaalikuorrutteinen kalapala, choronkastike(KUR), kermaiset tilliperunat(VL,G)".

Ich musste nachschauen was denn wohl "parsakaali" ist und das Nokia-Wörterbuch spuckte folgendes aus:
"parsa"= Spargel
"kaali" = Kohl (ok, das ist einfach)
"parsakaali" = Spargelkohl, Brokkoli

Kennt ihr irgendjemanden, der Brokkoli "Spargelkohl" nennt? Wikipedia kennt das Wort allerdings. Wieder was über die deutsche Sprache gelernt ;-).

Ach ja, und das ist das vollständige Gericht:
Brokkoliüberbackene Fischstücke (das ist echter Fisch), Sauce Choron (bekannt aus Aachens Mensa) und Sahne-Dill-Kartoffeln.

Freitag, 21. September 2007

Von Enten, Rentieren, Wetter und Büchern

Ein paar meiner wenigen Urlaubstage verbrachte ich hoch oben im Norden in Lappland. Fotos davon gibts neuerdings hier. Besonderes Augenmerk ist hier auf die zwei meistvertretenen Tierarten gerichtet: Enten und Rentiere halt ;-)

Ausserdem waren wir auf dem höchsten Berg der gesamten Region, der sich im Naturschutzgebiet Pallastunturi (etwas 800m) befindet. Die Mitternachtssonne hab ich übrigens auch in diesem Urlaub nicht gesehen, es war nämlich nachts zumindest im Norden immer bewölkt... und ab heute gibt es noch nicht mal mehr am Nordpol Mitternachtssonne... ich habs also endgültig verpasst. Schade.

Meine Mitarbeiter tun ihr bestes, mich mit Gesprächen wie dem folgenden aufzuheitern:
Kollege 1: "Na, wie gefällt dir das Wetter denn heute?" [Es regnet in Strömen]
ich: "Naja, immerhin ist es nicht zu trocken..."
Kollege 2: "... und auch nicht zu warm..."
Kollege 3: "... das bleibt so, es wird bloss viel dunkler. Wart mal nen Monat"
Das nennt man Teamarbeit. Gott sei Dank sind Finnen echte Wetterpessimisten, es kann sich also noch zum Guten wenden.

Für das regnerische Wochenende, was sich gerade ankündet, habe ich auf jeden Fall in der Bibliothek genügend Bücher gefunden (Harry Potter 6, Kapteeni Sinikarhun 13 1/2 elämää (na, was ist das auf Deutsch?), ein paar etwas kürzere finnische Kinderbücher etc.).
Diese Bibliothek ist ein echtes Phänomen. Die Stadt Oulu ist halb so gross wie Aachen, hat aber eine Stadtbücherei, die drei Etagen umfasst, inklusive einer grossen Fremdsprachenabteilung und einer Musikbibliothek. Wie ich gestern auf der Suche nach Harry Potter herausgefunden habe gibt es sogar eine recht grosse Auswahl an fremdsprachigen Kinderbüchern. Als ich das staunend abends berichtete und mit deutschen Bibliotheken verglich, fragte man mich: "Und was lesen dann ausländische Kinder in Deutschland?" Ja, interessante Frage.
Und man zahlt überhaupt nichts für die Benutzung der Bibliothek. Nahezu Paradiesisch. Jetzt kann der Winter kommen.

Dienstag, 18. September 2007

Finnisches Essen [2]: Puuro


Puuro ist Getreidebrei. Den kann man (auch als Erwachsener) zum Frühstück essen, mit Beeren, Beeren"soppa" oder völlig unfinnisch und eher ungesund mit Bananen und Kakaopulver (Eigenkreation).
In den Supermärkten gibt es ein ganzes (langes) Regal mit verschiedenen Breisorten -- meine Mitbewohnerin besitzt auch so einige: für normale Tage, Sonntage, zum lang oder kurz kochen etc.

Finnen glauben, dass dieses Essen äusserst gesund ist, fest steht zumindest, dass es schön warm und schnell zuzubereiten ist.

Das wollte ich schon immer mal schreiben ;-)

Mittwoch, 12. September 2007

Rückblick: Juhannus


In diesem kalten und regnerischen Herbst sei mir ein kurzer Rückblick auf die Zeit gestattet, in der die Sonne nie aufhörte zu scheinen und ein langer Sommer vor mir lag: Juhannus, das Mittsommerfest.

Statt fand selbiges am Wochenende nach dem 21.6. Juhannus ist vielleicht der höchste Feiertag in Finnland. Ein Wochenende inklusive Freitag wird gefeiert -- es gibt viel gutes Essen und das Ziel ist es, die Zeit in einer kleinen Hütte mit Verwandten oder Freunden an einem einsamen See beim Fischen, Reden oder in der Sauna zu verbringen. Traditionell verbringt man Juhannus auf keinen Fall in der Stadt, was vor allem im Süden von Finnland zu echten Staus führt.

Kaarina und ich hatten uns die stressfreie Variante für Juhannus ausgesucht: Wir waren mal wieder in Tornio. Mit viel gutem Essen (ich weiss jetzt, wie man Lachs räuchert und Pulla backt...), viel Draussensein, Wald"spaziergängen" (sehr schön, aber die Insektendichte war schon immens, weswegen das Gehtempo teilweise recht hoch war), einer Wanderung auf einen Berg (242 m über NN kann sehr nah an der Baumgrenze sein), mittelalterlichen Holzkirchen und natürlich Sauna.

Sogar das Wetter spielte mit, sonnig und ca. 28 Grad. Meinen Versuch, die Mitternachtssonne zu sehen war vergeblich, die Sonne verschwand um ca. 0:20 hinter der Baumlinie und war danach unsichtbar.

Die nicht so schöne Seite an Juhannus ist, dass üblicherweise einige Leute eines unnatürlichen Todes sterben. Das liegt unter anderem daran, dass man an Juhannus unbedingt mit dem Boot fahren muss, es aber gleichzeitig unumgänglich ist, viel zu trinken (zumindest für den typischen finnischen Mann vom Teenageralter an). Der stereotype Finne trinkt also, fährt mit dem Boot auf seine Insel und da er viel getrunken hat, verspührt er ein dringendes Bedürfnis. Er muss also aufstehen und da er etwas wackelig auf den Beinen ist, landet er häufiger mal im Wasser und beim Wiederinsbootklettern ist die Trunkenheit dann wieder etwas hinderlich. Im Sommer gibts deswegen sogar Werbespots und Plakate. "Älä jätä aivoja narrikaan" heisst auf Deutsch ungefähr "Lasst eure Gehirne nicht an der Gardrobe hängen."

Meine etwas zynisch veranlagten Arbeitskollegen veranstalten deshalb jedes Jahr eine Wette, wieviele Finnen am Juhannuswochenende ertrinken. Diesmal waren es "nur" 5. Insgesamt kamen 13 Leute zu Tode. Einige in Verkehrsunfällen, 4 kamen auf die gute Idee in ihrem geschlossenen Zelt zu grillen, einige in der Sauna und einige durch Schusswechsel.

Aber genug davon, mein Juhannus war auf jeden Fall sehr schön und ich habe wieder ein neues Stück Finnland gesehen. Bilder gibts übrigens schon seit langem hier.

Und jetzt wirds täglich um viele Minuten früher dunkel... aber dafür hab ich im Winter dann wohl viel Zeit, mich um meine Diplomarbeit zu kümmern ;-) Und wenn Schnee liegt ist eh alles wieder gut.

Montag, 10. September 2007

Wieder im Norden...



... und zwar schon seit mehr als einer Woche. Aber zu meiner Entschuldigung kann ich zumindest anführen, dass ich zu Hause kein Internet habe und ausserdem einiges zu Organisieren. Und die restliche Zeit war mit Arbeit und Freizeit gefüllt.

Hier ist es jetzt wirklich Herbst, die Blätter sind bunt und wenn die Sonne scheint ist es schön, es beliebt aber meistens eher nieselig bis stürmisch mit heftigen Gewitterschauern zu sein. Kalt ist es auch ziemlich (morgens gerne 5 Grad). Am Samstag war ich allerdings bei wunderschönem Wetter wandern. Doch davon später.

Auf jeden Fall geht es mir gut. Die Formalitäten waren ziemlich einfach zu erledigen und mit meinen neuen Kollegen (andere Projektgruppe) komme ich auch gut zurecht. Ich hab am Wochenende sogar, als ich mich breitschlagen lies, am in Finnland obligatorischen Formel-1-Schauen teilzunehmen, einen Haufen netter Finnen kennengelernt.

In diesem Moment fühle ich mich allerdings das erste Mal seit meiner (Wieder-)Ankunft ein bischen ausgeschlossen: Es ist nämlich Kaffeepause und alle müssen sich in Finnisch unterhalten und ich hatte einfach nicht die Energie, ein englisches Gespräch anzufangen. Ich hab zwar ungefähr verstanden, worum es in den verschiedenen Gesprächen ging, aber um die Pointen und Spitzfindigkeit mitzubekommen reichte es dann doch nicht. Aber ich habs mir ja selbst ausgesucht. Und in den ersten Tagen habe ich so viel geredet wie lange nicht mehr und jeder hat ständig mit mir Gespräche angefangen (das ist in Finnland nicht völlig selbstverständlich...)

Morgen wirds besser und ich konnte diese Kaffeepause immerhin nutzen, um endlich mal wieder was zu schreiben. Normalerweise empfinde ich finnische Gespräche auch eher als Herausforderung und nicht als Zumutung...

Ach ja, da ich kein Internet zu Hause habe, bin ich folglich auch nicht über Skype oder ICQ zu erreichen. Aber Emails funktionieren und ich würde mich freuen, mal was von Euch zu hören.

Ach ja, hier noch ein echter finnischer Regenbogen über dem Staudamm am Oulujoki (das ist übrigens fünf Minuten vom Stadtzentrum entfernt, auch wenns nicht so aussieht...). Wie man sieht geht auch die Sonne wieder unter.

Donnerstag, 16. August 2007

Die spinnen, die Finnen [13]

... selbiges kann nur in Finnland passieren:

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,499872,00.html

Teil [1] bis [12] der Reihe "Die spinnen, die Finnen" ist leider noch nicht veröffentlicht, aber unter anderem wird dort vom "Schreienden Männerchor" (habe ich live gesehen) und der Luftgitarrenweltmeisterschaft in Oulu berichtet ;-).

In zwei Wochen gehts wieder nach Finnland!

Mittwoch, 8. August 2007

Klarer Sieg für Finnland

... und zwar bei der Sauna-WM:

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,498253,00.html

Ja, ne Sauna wäre jetzt schon nett... ich war fast zwei Wochen nicht mehr.

Seinäkirjoitukset -- auch bekannt als Graffiti

Ich habe gerade ein Foto aus Oulu wiedergefunden. Das hab ich mal gemacht, weil ich nach mehrmaligem Vorbeifahren und Drübernachdenken alles verstanden habe. Drei international bekannte Sprüche in Finnisch. Mal sehen ob's jemand rausfindet.Und damit auch jeder weiß, was gemeint ist:
(1) Vatsani ei ole eläinten hautausmaa.
(2) Ajattelu kieletty
(3) Jesus sinä rakastaa (falsche Grammatik) richtig wäre vermutlich: Jesus rakastaa sinua.

Viel Spaß beim Raten. Vielleicht bekomme ich dann ja auch mal mit, wer diesen Blog eigentlich noch liest.

Ach ja, zum Titel:
seinä = Wand
kirjoitus = Artikel, Inschrift
kirjoitukset = Mehrzahl von kirjoitus.

Freitag, 3. August 2007

Wieder zu Hause

Seit Montagabend bin ich wieder in Hamburg. Der kleine Kulturschock hat sich schon wieder gelegt. Ich habe vieles wiedergefunden, was ich garnicht wirklich vermisst habe, was aber trotzdem schön ist wiederzuhaben. Zum Beispiel den Garten meiner Eltern, viele vertraute (Fahrradschleich-)Wege in meiner Lieblingsheimatstadt, die Werkstatt meines Papas, meine sämtlichen Musikinstrumente (naja, die hab ich schon vermisst -- zumindest eins wird wohl diesmal auch mit nach Finnland reisen) und unsere Moppeds. Der Verkehr ist allerdings der schiere Wahnsinn. Ich hatte nicht gewusst, wie wenig Autos in Nordfinnland herumfahren und wie klar die Wegführung ist... nachdem ich meine kleine Schwester in die Innenstadt und zum Flughafen in Hamburg gefahren hatte, weiß ich es zu schätzen.
Ebenfalls schön ist es, mal wieder unfinnisches Essen zu sehen -- obwohl ich finnisches Essen auch mag. In Deutschland ist die Vielfalt an Lebensmitteln dann aber doch ein bischen größer und vor allem gibt es, wenn man in einen anderen Supermarkt geht auch andere Sachen zu kaufen -- das ist in (Nord-)Finnland nicht so -- da gibt es die exakt gleichen Produkte im Prisma und im Euromarket und...
Und wir haben Pflaumen im Garten und die Äpfel sind auch schon fast reif. Und das Bäume normalerweise soo groß werden und so ausladende Baumkronen haben können war mir im Land der Birken und Föhren auch entfallen.
Ansonsten habe ich genug zu tun in den verbleibenden vier Wochen: Zuerst muss mein Praktikumsbericht so schnell wie möglich fertig werden, damit ich ihn in Aachen abgeben kann und außerdem bauen wir gerade ein neues (Motorrad-)Holzhaus im Garten. Mehrere Arzttermine sind auch abzuarbeiten. Nächste Woche fahr ich nach Aachen und zwei Wochenenden und die dazwischenliegende Woche gehören den Moppeds -- wir fahren nach Belgien und Holland. Und die wichtigste Aufgabe: Freunde besuchen. Meldet euch also ruhig bei mir ;-).

Und hier noch eine nette Beobachtung vom Helsinki Vantaa Flughafen: Deutsche Touristen spielen Mölkky -- im Flughafengebäude. Wie das geht kann man sich hier anschauen.

Montag, 16. Juli 2007

Finnischer Urlaub

Mal wieder eine Kaffeepausendiskussion:

H.: Hmm... das Wetter war ja nicht so toll am Wochenende. (Da es keinen Smalltalk in Finnland gibt, besonders nicht von H. weiss man, dass jetzt etwas kommt...) Aber ich war sowieso eigentlich das ganze Wochenende mit Kochen beschäftigt.
Ich (pflichtschuldigst): Aus welch seltsamem Grund kochtest du denn so lange? (Das Gespräch fand naturgemäss in Englisch statt, was mir erlaubt, seltsame Worte bei der Ûbersetzung zu verwenden.)
H.: Ich habe ein paar Vorbereitungen für meinen Urlaub getroffen. Also so 5 kg Rindfleisch, 2 kg Truthahn, 5 kg Fisch (usw. usf., grosse Mengen verschiedenen Fleisches) getrocknet und da muss man zumindest jede Stunde mal nachschauen.

Daraufhin entspann sich ein Gespräch zwischen zwei Finnen und mir über H.s Urlaub, der darin besteht zweimal zehn Tage mutterseelenallein durch Finnlands Norden zu wandern und dabei wenn möglich keinerlei Menschen zu treffen. Was natürlich auch ausschliesst, zwischendurch einzukaufen. Das wär nix für mich, mit 30 Kilogramm auf dem Rücken durch die Tundra, ohne Wege, ohne Handynetz, pro Stunde so ca. zwei Kilometer vorwärtskommen...

Interessant war an diesem Gespräch nicht nur, dass Leute so Urlaub machen, sondern auch, dass sich niemand besonders darüber wundert. Der andere Finne am Tisch fragte nur, ob es nicht möglich wäre, zwischendurch Fische zu fangen anstatt das gesamte Essen mitzuschleppen. Und die nächste Frage war dann, ob H. solche Wanderungen auch schonmal im Winter gemacht habe. Woraufhin es darum ging, wie gross das Risiko im Winter in einen Fluss zu fallen oder in einen Schneesturm zu geraten wäre und was man dann machen müsse. Die spinnen, die Finnen! (Irgendwann musste das mal in diesem Blog vorkommen.)

Rentiersuppe

...hab ich heute zum Aufwärmen in der Mikrowelle mit zur Arbeit genommen. Dazu finnisches Brot, Salat aus dem Garten meiner "Adoptivmutter" und Pulla, so eine Art Hefeteigbrötchen. Auf jeden Fall besser als Kantinenfutter.
Und irgendwie dann auch etwas skuril, zumindest exotisch. Unglücklicherweise hab ich das Salz zuhause vergessen.

PS: Das war keiner von den anspruchsvolleren, gut strukturierten Berichten.

Freitag, 13. Juli 2007

... und noch eine Ankündigung

Obwohl ich noch keinen Vertrag unterschrieben habe, wage ich jetzt einfach mal, etwas anzukündigen:

Ich mache höchstvermutlich meine Diplomarbeit in Finnland! *freuundklopfgleichzeitigaufholz*

Wer sich also in letzter Zeit gewundert hat, warum ich denn umziehe, wenn ich doch demnächst (in zwei Wochen) wieder nach Deutschland komme weiss nun also bescheid.

Eine Diplomarbeit angeboten zu bekommen war nicht besonders schwierig, als ich mich dann jedoch für "ja" entschieden hatte, gab es dann doch noch ganz schön viel zu klären.

Zuerst einige (viele) Meetings mit verschiedenen Projektleitern über mein zukünftiges Thema. Und gleichzeitig die Frage "geht das denn überhaupt, rechtlich gesehen?", denn zur gleichen Zeit werden hier gerade Leute entlassen. Dann einige Zeit und mehrere seltsame Ideen verschiedener Chefs später die Antwort von der Rechtsabteilung: "Ja, theoretisch geht das." Unter gewissen Auflagen, die für mich ganz hilfreich sind, weil sie nämlich besagen, dass ich keinerlei andere Projektarbeit machen darf (ich kann mich also auf meine Arbeit konzentrieren) und ich ein befristetes Arbeitsverhältnis bekomme. Was bedeutet, dass ich meine Arbeit in einer gewissen Zeit fertigstellen muss. Und das ist für mich mit meiner Arbeitsweise ganz gut.
Einen Professor zu finden, war kein grosses Problem, unser finnischer RWTH-Professor war "delighted" mich bei meiner Arbeit in seiner Lieblingsfirma zu betreuen.
Währenddessen durfte ich schon mal anfangen, neben der "echten Arbeit" an meinem Thema zu werkeln.
Und schliesslich, ein paar Minuten vor Ferienbeginn in Finnland, hat mein Chef es dann tatsächlich geschafft, ein "Resource Request" für mich zu stellen. Das mussten dann auch nur 7 Leute unterschreiben, von denen zwei Vizechefs der Firma sind... ich bin wichtig ;-).

Und jetzt ist es endlich geschafft (unerwarteterweise weiss ich bescheid, bevor ich nach Deutschland zurückgehe)!
As my manager's manager said: "Now it's up to you."

Ha. Nice. Bunter Herbst und dunkler, schneereicher Winter. Und natürlich der Kommentar von meinem Kollegen: "Good for you. Then you can experience really cold and dark winter days." Und mit kalt meint er so ca. -30 Grad Celsius. Und mit dunkel vermutlich _richtig_ dunkel. Aber wir sind immerhin noch 200 km südlich des Polarkreises, die Sonne wird also immer zumindest ein bischen aufgehen... Ich bin gespannt.

Finnischer Sommer

"Luckily finnish summer is so short..." diese sarkastische Bemerkung habe ich wirklich oft gehört -- zum Beispiel wenn man (normalerweise nicht ich) sich über Temperaturen, Mücken, Regen oder ähnliches beschwert. Und jetzt hab ich das erste Anzeichen für den kommenden Winter entdeckt: Im Wetterbericht werden bald nachts wieder Monde statt Sonnen angezeigt.Der richtige Zeitpunkt um eine Hommage an den finnischen Sommer zu schreiben.

Im Sommer ist Finnland sooo schön. Zum Beispiel das Wetter. Es kann schon mal sein, dass es kräftig regnet, aber das ist dann meistens nachts. Und diese Woche. Naja. Es ist einigermassen warm, aber nicht übertrieben. 28 Grad reicht mir eigentlich auch. Ideales Motorradfahrwetter. Und es ist immer hell. Nachts um halb 1 mit Freunden am Seeufer zu sitzen Bier zu trinken und über alles mögliche zu reden -- oder auch mal garnichts sagen und das ist auch in Ordnung.
Paddeln gehen. Grillen. Morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und dabei hunderte von Eichhörnchen, Hasen (richtige Hasen, keine Kaninchen) und siebzigmillionen Vögel aber höchstes drei Autos treffen.
In Tornio auf der Treppe der Sauna in der Sonne sitzen und von Mücken gestochen werden.
Es ist einfach alles unheimlich grün.

Zum Sommer gehört auch, dass alle (fast alle) Finnen gleichzeitig Urlaub machen. Der fängt spätestens am 1. Juli an und ist zwischen 4 und 6 Wochen lang. Schon Wochen vorher ist Schulferienstimmung ;-) Und wenn man in den Urlaub verschwindet wünscht man "Hyvää Kesää!" (Guten Sommer).
Bei der Arbeit ist es also im Moment recht entspannt. In meiner Gruppe sind wir zwei Leute, die noch arbeiten. Dann gibt es einige Laborleute und "Subcontractors" (wie lautet das deutsche Wort dafür?). Und natürlich läuft die Produktion. Aber trotzdem ist es geradezu gemütlich. In der Kantine bekommt man immer einen Fenster- oder Draussenplatz (je nach Wetter) -- dafür ist das Essen aber deutlich schlechter als sonst.
Weil alle im Urlaub sind fahren die Busse auch nur halb so oft -- und in der Stadt ist nix los, weil die Finnen alle in ihren Sommerhäusern weilen. Fernreisen sind aber zumindest in meinem Umfeld nicht besonders beliebt -- der finnische Sommer ist so kurz, dass man ihn hier geniessen muss. Und Finnen sind Patrioten. Und wenn man Hobbies wie Fischen, "Beeren sammeln" und "Eulen fotografieren" hat (zumindest eins ersten zwei würden vermutlich die meisten Finnen als Hobby ansehen), dann kann man das tatsächlich wahrscheinlich am besten in Finnland machen.

Das Beste ist jedoch: An seinem letzten Arbeitstag hat mir mein Chef Urlaub "geschenkt". Nachdem er in allen vorhergehenden Gesprächen von März bis Mitte Juni darauf beharrte, dass ich meinen Urlaub ausbezahlt bekomme, weil ich nicht lange genug hier arbeite um "normalen" Urlaub zu bekommen, fragte er mich dann kurz vor Juli: "Sag mal, willst du eigentlich wirklich deine Urlaubstage ausbezahlt haben? Der finnische Sommer ist doch soo schön". Ich hab dann mal nicht wiedersprochen. Also habe ich jetzt acht Ferientage, von denen allerdings einer ein Samstag ist. Seltsame Regelung, kann man aber wohl nix machen. Und so werde wohl nächste Woche angenehmeren Tätigkeiten nachgehen als hier im Büro zu sitzen und sich zu fragen, ob es wenn ich frei habe immer noch schönes Wetter ist.

Ach ja, umgezogen sind wir inzwischen auch fast komplett. Und nächste Woche gibts dann hoffentlich verschiedene besser strukturierte Berichte über alles, was ich bis jetzt ausgelassen habe und schon immer mal erzählen wollte. Zum Beispiel über Juhannus (Mittsommer), meine neue Wohnung, neue finnische Freizeitbeschäftigungen... vielleicht sollte ich nicht so viel versprechen.

Montag, 9. Juli 2007

Gibts nicht...

- Kuchengabeln,
- Topfuntersetzer,
- Haustürklingen an Mehrparteienmietshäusern.

1.) Hab ich selbst überhaupt nicht vermisst (in meinem Studentenhaushalt gabs auch noch nie welche) .
2.) Nicht soo wichtig. In Finnland kommen Töpfe nicht auf den Tisch, sondern man nimmt sich das Essen aus den Töpfen vom Herd. Das macht natürlich jeder selbst -- dann kommt man auch nicht in die peinliche Situation bedient zu werden (das ist etwas seltsam hier, vielleicht später mehr dazu).
3.) Irgendwann beim Umziehen fragte ich meine neue Mitbewohnerin (nennen wir sie im folgenden Kaarina) wo denn unsere Klingel sei. An der Wohnungstür natürlich. Die ist aber im zweiten Stock. Und die Aussentür ist ab 6 oder 7 Uhr abends abgeschlossen.
Und was macht man dann? Anrufen natürlich ;-) Wir sind ja in Finnland. Und was, wenn man sein Telefon vergisst (Würde ich natürlich nie machen...) Hmmm... noch nie drüber nachgedacht -- kommt in Finnland eigentlich auch nicht vor... dann muss man wohl laut schreien (in Finnland, wo normale Lautstärke etwas anders definiert ist als in anderen Ländern... natürlich) oder Steinchen werfen ;-) Sehr ausgeklügelt.
Interessanterweise steht unser Haus auch schon deutlich länger als es Mobiltelefone gibt... aber diese Zeit ist in Finnland schon so lange her, dass sich niemand mehr erinnern kann. Glaub ich.

Mittwoch, 4. Juli 2007

Haha...

Nur mal für die Akten: In Finnland ist es nicht immer kalt! -- Aber in Aachen regnet es immer :-P

Montag, 2. Juli 2007

Finnisches Essen [1]: Viili

Heute morgen zum ersten Mal und als eine Art Joghurtersatz gegessen und direkt für seltsam aber nicht ungeniessbar (ich hab grad kein sz) befunden. Zumindest mit einer Menge Beeren und ein bischen Zucker schmeckt Viili so wie Kefir mit viel Kleber. Oder so. Auf jeden Fall eine interessante Esserfahrung. Und nein, es ist nicht schlecht geworden -- das gehört so. Behaupten die Finnen. Warum man Kefir mit Kleber herstellt weiss ich allerdings noch nicht so genau. Ich werde weitere Nachforschungen anstellen.

Bilder hab ich in der Eile (ich ziehe heute um!) nicht gemacht, aber hier war schon jemand beeindruckt von Viili:

http://usuarios.lycos.es/blif/?p=635


Ach ja: Ich muss ab jetzt doch mal ab und zu meine finnischen Esserfahrungen loswerden -- dies ist nur der Anfang...

Mittwoch, 13. Juni 2007

Helsinki


Nun schon vor zweieinhalb Wochen war ich in Finnlands Hauptstadt. Diese ist zusammen mit den angrenzenden (Vor-)Städten Vantaa und Espoo mehr als halb so groß wie Hamburg ;-) Aber in Finnland wohnen insgesamt ja auch nur 5 Millionen Menschen. Auf jeden Fall ist Helsinki eine würdige Hauptstadt.

Erstmal mussten wir -- meine Mitstreiterin Dorota und ich -- jedoch dort hinkommen. Wir wollten Freitags den Nachtzug nach Helsinki nehmen und dann abends wieder zurückfahren -- das spart Geld, ist aber ziemlich stessig, wie sich herausstellte.
Wir wussten natürlich, dass der Fahrkartenschalter nachts um 12 geschlossen haben würde. Dass aber auch schon abends um halb 6 nicht mehr geöffnet haben würde, hätten wir nicht gedacht... Dafür gab es aber einen Fahrkartenautomaten. Mit dem konnte man natürlich nicht nur auf Finnisch kommunizieren -- sondern auch, wie es das Gesetz bestimmt, auf Schwedisch. Und wer jemals einen solchen Fahrkartenautomaten benutzt hat, hält fortan die DB-Automaten für sehr simpel und übersichtlich. Keine Chance, einfach so die richtige Fahrkarte zu bekommen. Gott sei Dank ist mein Finnisch aber inzwischen so "gut", dass ich mir immerhin auf Finnisch von einer jungen Frau, die behauptete, kein Englisch zu sprechen, auf Finnisch helfen lassen konnte, auf Finnisch zwei Fahrkarten zu kaufen. Ich war sehr stolz auf mich ;-).

Dann konnte es um halb 12 endlich losgehen -- wir spazierten in der Dämmerung zum Zug, um dann in 8 Stunden ca. 600 km von Oulu nach Helsinki geschaukelt zu werden. Ich schaffte es tatsächlich, zwischenzeitlich trotz Kälte, schnarchender Mitreisender und mittelmäßig geeigneter Sitzgelegenheiten einzuschlafen -- um dann nachts um 3 aufzuwachen und Dunkelheit zu sehen. Es war wirklich so dunkel, dass man draußen überhaupt nichts erkennen konnte! Die erste Sensation.

Trotz aller Widrigkeiten recht ausgeschlafen und im strömenden Regen kamen wir in Helsinki an. Der hörte hilfreicherweise dann auch sofort auf und wir konnten gemütlich durch die Stadt bummeln. Helsinki kann man wirklich als Stadt, sogar als Hauptstadt bezeichnen. Trotz der geringen Einwohnerzahl (ein Drittel von Hamburg) ist es doch immerhin die einzige Siedlung in Finnland, die nach deutschen Maßstäben die Bezeichnung "Stadt" tragen dürfte. Alle anderen Ansammlungen von Häusern haben eine zu geringe Bevölkerungsdichte und wären demnach nur "Dörfer"... Ich kann allerdings bis jetzt wenig über finnische Städte im Allgemeinen sagen, schließlich war ich erst in zweien.

Helsinki besitzt riesige Kirchen, Museen, Theater, einem internationalen Hafen und Hafenfähren die zum Nahverkehrsnetz gehören, einer Straßenbahn, vielen Leuten, Parks und überhaupt ;-)
Wir haben uns erstmal nach einem kurzen Blick in den Stadtführer und tausend Tipps von verschiedensten Leuten im Hinterkopf durch die Stadt treiben lassen. Es war Dorotas letztes Wochenende in Finnland und sie hatte wohl den Eindruck, nicht genügend Fotos von Finnland zu haben. So dass sogar ich, die üblicherweise ja eher zu viele Fotos macht, den Satz "Could you take a picture of me?" am Ende des Tages nicht mehr hören konnte... aber ich bin ja ein geduldiger Mensch und mache gerne Fotos ;-)
Zurück zum Stadtbild: Man sieht in der Stadt neben skandinavischen und mitteleuropäischen auch östlichere Wurzeln -- es gibt zum Beispiel eine riesige orthodoxe Kathedrale mit vielen riesigen und sehr goldenen Ikonen im Inneren (die ich nicht fotografiert habe). Die "andere" Kathedrale, die "Domkirche", ist lutherisch. Ihr äußeres Bild steht im krassen Gegensatz zum schlichten Inneren, der Michel in Hamburg, auch eine evangelische Kirche, wirkt dagegen fast barock ;-).

Am Hafen angekommen, entschlossen wir uns ob des schönen Wetters nach "Suomenlinna" ("Finnenschloss"), der Festungsanlage vor Helsinki zu fahren -- natürlich mit der Fähre. Meine erste Fahrt durch eine Schärenlandschaft.
Ich, die eher wegen der Fahrt rausgefahren war, war erstaunt, dass es sich auch gelohnt hat, die Insel anzuschauen.
Suomenlinna wurde von den Schweden als Verteidigung gegen die Russen gebaut -- diese nahmen Finnland dann allerdings kurz darauf trotzdem ein, freuten sich über die moderne Festung und bauten sie weiter aus -- zum Beispiel mit einer Kirche. Und weil die ja sowieso einen Turm braucht, kann man da an einer Landspitze gleich einen Leuchtturm integrieren.
Ansonsten gab es auf der Insel viel Grün, Katakomben und Kasematten. Nebenbei fing es fürchterlich an zu schütten. Trotzdem trafen wir die ersten Mücken des Jahres und einige Eesten (schreibt man die so?). Auf der Insel wohnen übrigens, wie auch auf vielen anderen Inselchen in der Umgebung Leute.
Als wir dann wieder am Festland und bereit zu Drinnenbeschäftigungen waren, hörte es wieder auf zu regen. Wir mussten dringend sitzen, es machten sich der mangelnde Schlaf und die 6 Stunden Herumlaufen doch bemerkbar. Hilfreicherweise gibt es in Helsinki eine Straßenbahn-Ringlinie, die alle 10 Minuten verkehrt und eine kostengünstige Stadtrundfahrt bietet. Zwischendurch haben wir noch eine in den Stein gehauene Felsenkirche und das Sibelius-Monument angeschaut.

Das Nachtleben fand dann leider nicht mehr in Helsinki sondern wieder im Zug statt. Der Pendolino nach Oulu war ausgebucht (Samstags abends?!) deshalb konnten wir dann noch eine Nacht im Zug verbringen -- und hatten noch eine Stunde Zeit das Stadtleben zu genießen. Einfach in den Park setzen, nur zuschauen -- und sich eine Stunde lang nicht langweilen. Nebenbei zog auch ein Junggesellinnenabschied vorbei, der ziemlich genauso auch in Aachen hätte stattfinden können. Ach ja...

Helsinki ist echt schön und ich werd da auf jeden Fall nochmal hinfahren und mir den Rest ein bischen stressfreier anschauen -- hoffentlich bleibt noch nen bischen Zeit. Die Stadt erinnert in manchen Belangen sehr an meine Lieblingsstadt in Deutschland ;-)
Allerdings gibt es hier in Finnland noch soo viel zu sehen... und fast alles ist ohne Auto nur ziemlich schwer zu erreichen. Aber ich schaff das schon. Im August bin ich wieder in Deutschland. Das sind nur noch ca. 1,55 Monate! Apua!

Mittwoch, 6. Juni 2007

Finnische Fauna



Aus gegebenem Anlass heute ein Artikel über die finnsche Fauna.

Quellenangaben: Erfahrung, Wissen aus Wikipedia, www.kaleva.fi sowie Kaffeepausentatsachen. Aber nicht in derReihenfolge.

Ganz so harmlos, wie ich dachte, ist es hier nämlich wohl doch nicht.Auch wenn sich die meisten Tiere in Finnland von Gras, Flechten oder Tannennadeln ernähren gibt es inzwischen (es ist jetzt Sommer!) auch genügend Vertreter von Spezies, die Blut bevorzugen. Da ist natürlich erstmal die allseits bekannte Stechmücke, die sich allerdings im Moment noch ein bischen wie in Zeitlupe bewegt und deshalb nicht soo gefährlich ist, die "Mäkärä" und die "Polttiainen". Aus schierer Unwissenheit werden beide Arten von meinem Lexikon als "Kriebelmücke" ins Deutsche übersetzt. Ich hab bisher noch keine gesehen, wohl aber schon einige Stiche abbekommen... Dem Hörensagen (Kaffeepause) nach ist eine "Mäkärä" klein und schwarz und eine "Poltiainen" noch kleiner und schwärzer.
Hilfreicherweise gibt es zusätzlich auch noch die "Hirvikärpänen", also die Elchfliege, welche im Deutschen aber "Hirschlausfliege" genannt wird. Auch wenn mir erklärt wurde (Kaffeepausen sind so lehrreich), dass mich diese Tiere nur befallen, wenn sie mich für einen Elch halten, aber Wikipedia behauptet da anderes. Dieses Tier ist ziemlich platt und kann sich unter die Haut graben... besser nicht drüber nachdenken. Weitere interessante Features: Wirft die Flügel ab, sobald sie auf dem "Wirt" angekommen ist und legt keine Eier, sondern lebendige Larven!
Das Gespräch über diese Tiere endete damit, dass ein recht redseliger Finne von einem blutsaugenden Schmetterling berichtete, der in Russland heimisch ist und inzwischen einen (1) Finnen gebissen hat. Damit war dann die Kaffeepause auch Gott sei Dank zuende.
Zumindest dienen die ersten drei beschriebenen Tierarten auch als Futter für die reichlich vorhandenen Schwalben.

Darüberhinaus wurde in den letzten zwei Tagen in der hiesigen Tageszeitung folgendes berichtet (keine Links, die sind schon nicht mehr auf der Seite -- ihr müsst mir also glauben):
1.) Die Polizei konnte Krähen gerade noch daran hindern, Menschen anzugreifen (?). Soweit hatte ich den Artikel gelesen (in Finnisch) und dann beim Mittagessen lieber mal nachgefragt -- und es wurde mir bestätigt, dass hier Krähenschwärme ab und zu auf Leute herabstoßen und auf sie einpicken. Gott sei Dank ist dann die Polizei zur Stelle...
Immerhin hab ich dadurch ein neues Wort gelernt: varishäirikkö -- Krähenstörenfried.

2.) Zwei (!) Elche wurden gestern in meinem Stadtteil gesehen (und wohl auch erschossen). Es ist wohl nicht besonders ungewöhnlich, Elche in Oulu zu sehen, auf jeden Fall wurden bei der Arbeit wild Straßen aus dem Stadtplan herausgesucht, wo Personen schonmal Elche gesehen haben. Wie man auf dem Bild links sieht, sind diese Tiere in der Stadt nicht besonders glücklich.
Es soll auch jemand beinah einen Fahrradunfall mit einem Elch, der frühmorgens aus einem der Fahrradunterführungen kam, gehabt haben -- man mahnte mich auf jeden Fall, bei meiner Fahrt zur Arbeit vorsichtig zu sein und nach Elchen Ausschau zu halten ;-)

Ich will endlich einen Elch sehen! Eine zusätzliche Motivation, immer mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

Der Vollständigkeit halber: Ausnahmsweise sind die Bilder in diesem Eintrag nicht von mir sondern das erste aus der finnischen Wikipedia und das zweite von der Seite www.oulu.fi.

Montag, 28. Mai 2007

Finnischer Humor

Finnischer Humor ist seltsam. Und meistens versteht man ihn nicht, weil er in finnisch ist ;-)
-- aber nicht nur deshalb.

Ich weiß nicht genau, ob ich schon zu lange in Finnland bin, aber ich fand folgendes Beispiel (auf "deutsch") spontan lustig:

http://www.youtube.com/watch?v=VOyvM6UsjdE

Man sollte dazu vielleicht wissen, dass in Finnland "Der Alte" (hab ich in Deutschland genau null Mal gesehen) seit Jahrzehnten zur Primetime am Samstag gezeigt und mit Begeisterung gesehen wird... das kennt hier wirklich jeder.

Donnerstag, 17. Mai 2007

Frühling.

















Auch wenn die Farbe der Wiesen teilweise noch sehr der der darauf befindlichen Hunde ähnelt, macht der Frühling jetzt Ernst.
















Im Laufe der letzten Woche hat sich ein zarter aber unübersehbarer Grünschleier über die Welt gelegt. Nachdem schon Anfang Mai in nach Süden ausgerichteten Hanglagen grüne Grashalme zu sehen waren, gibt es jetzt Blätter an den Bäumen und blühende Blumen! Nachdem jetzt schon die Krokusse blühen, kommen sicherlich bald die Osterglocken... ;-)

Das war mir einen Blogeintrag wert.

Zu den gegenwärtigen Temperaturen ein Zitat eines Arbeitskollegen: "6 Grad sind doch nicht kalt!"
Für diejenigen, die sich für das Wetter in Oulu interessieren, hier noch ein Link: http://www.fmi.fi/weather/local.html?kunta=Oulu

Frühlingsgrüße an alle!

Samstag, 12. Mai 2007

Wappu


Der erste Mai wird in Oulu vom 26.4. an gefeiert -- zumindest von den Studenten in Oulu.
In der Zeit vor dem ersten Mai brachen karnevalsartige Zustände aus -- das denken zumindest die Finnen. Aber es ist tatsächlich in manchen Belangen vergleichbar.
Vappu ist der finnische Name für den ersten Mai. Auf dieses Datum fällt nämlich der Namenstag von Valpuri und daraus wurde eben Vappu. Außerdem wird auch in Finnland am ersten Mai der "Tag der Arbeit" gefeiert.
Das alles ist allerdings nur Nebensache -- eigentlich gehört Vappu den Studenten. Zwischen dem 26. April und dem 1. Mai wird ausschließlich gefeiert, es finden Bootsrennen, seltsame Rallys durch die Stadt und die "Taufe" der Ersties statt. Hauptsächlich ist die Veranstaltung ein guter Grund dafür, viel Alkohol zu trinken. Aber nebenbei gibt es auch gute Parties mit Live-Bands -- wir haben z.B. Kotiteollisuus gehört. Der Bandname bedeutet so was wie "Herstellung von industriellen Produkten in Heimarbeit"...

Außerdem gab es den "Vesibussi" (Wasserbus) -- meine persönliche Hauptattraktion. Der genannte Bus (Linie 69) fährt stündlich an fast allen Vappu-Tagen vom Zentrum zur 6 km entfernten Uni. Dafür braucht er ziemlich genau eine Stunde. Der Busfahrer kann sich dabei aussuchen, wo er langfährt und so waren wir am Nallikari-Strand an der Ostsee so weit wie es überhaupt geht (der Bus musste 200m rückwärts fahren, weil man auf dem Ponton nicht drehen konnte...), im Buslager ziemlich weit außerhalb und auf einem Parkplatz, der auch als Treffpunkt der "coolen" Menschen mit ihren getunten Autos fungiert.
Den Bus konnte man von außen gut erkennen, denn immer wenn er zum Stehen kam, fing er an ca. 20 Grad zu jeder Seite zu schaukeln. Ich hatte keine Ahnung, dass Busse so gut gefedert sind... ;-)
Innen befanden sich so viele Leute wie sonst in Finnland nicht mal zur stärksten Rush-Hour ;-). Irgendjemand hatte den Bus 1.Mai-mäßig mit Luftschlangen und -ballons geschmückt (das machen die Finnen auch zu Hause) und Musik gabs natürlich auch in ausreichender Lautstärke.
Zu dieser Gelegenheit kann man dann auch endlich mal finnische Musik aus den 90ern kennenlernen -- sie ist ähnlich seltsam wie die Deutsche. Man muss allerdings zugeben, dass deutsche Karnevalsmusik noch nicht mit dieser Musik zu vergleichen ist.
Ob die Leute verkleidet waren? Schwer zu sagen... In Finnland hat jeder Student einen Overall in der Farbe seiner Fakultät. E-Techniker an der Uni sind zum Beispiel blau ;-). Dieser Overall wird dann mit den seltsamsten Aufnähern und anderen Utensilien individualisiert. Zumindest an Wappu tragen fast alle Studenten einen solchen Overall. Die Ausstattung kann durch den Hut ihrer Fakultät vervollständigt werden (siehe Fotos).
Das Wetter in Oulu an Vappu war übrigens ungefähr so wie in Deutschland an Karneval -- naja, vielleicht doch etwas kälter.

Im Allgemeinen würde ich Vappu (oder auch Wappu, wie die coolen Leute schreiben...) jederzeit dem deutschen Karneval vorziehen. Die Musik ist auf jeden Fall besser ;-). Außerdem kann man Vappu besser aus dem Weg gehen, wenn man es nicht mag, weil es nur von den Studenten gefeiert wird.
Die Mengen Alkohol die konsumiert werden sind übrigens vergleichbar, wahrscheinlich wird in Deutschland tatsächlich an Karneval mehr getrunken als in Oulu an Vappu, auch wenn das vermutlich die Ehre der Finnen befleckt...

Sonntag, 6. Mai 2007

Neues -- zumindest ein bischen

Guten Abend,

nachdem ich es tatsächlich geschafft habe, meine Studienarbeit samt richtig funktionierenden Literatur- und Abbildungsverweisen abzuschicken, kann ich endlich reinen Gewissens einen neuen Blogeintrag schreiben.

Es gibt neue Fotos (siehe Links auf der rechten Seite).
Das Album mit dem Titel "Wappu" wird demnächst gesondert besprochen und die an Ostern entstandenen Fotos sind eigentlich schon zu alt, um noch als Neuigkeiten zu gelten...

Aber trotzdem ein paar Worte:
Ostern kam mein erster Besuch aus Deutschland: Philip. Der hat ein bischen gefroren aber trotzdem bereitwillig alles Mögliche mitgemacht. Zum Beispiel eine Reise im Schneegestöber durch Lappland zum Polarzoo in Ranua. Da ich gerade ein Teleobjektiv aus Deutschland mitgebracht bekommen hatte, sind dort ein paar Fotos zuviel entstanden...

Viel Spaß beim Fotos gucken!

Ach ja: noch ein bischen Werbung. Man kann mich in Finnland besuchen. Es liegt zwar kein Schnee mehr, aber dafür ist es immer noch schön kalt :-P Dafür scheint aber schon fast die ganze Nacht lang die Sonne!

Samstag, 21. April 2007

Tornio


Am Wochenende vor Ostern habe ich mit Kaarina zusammen deren Eltern besucht. Tornio liegt 150 Kilometer nördlich von Oulu an der Grenze zu Schweden. Der Torniojoki (Torniofluss) fließt direkt an der Sauna des Hauses vorbei -- und er war natürlich noch so weit gefroren, dass man bequem darauf skifahren konnte.
Kaarinas Eltern leben, soweit ich das beurteilen kann und Kaarinas Aussagen zufolge ziemlich
traditíonell (man könnte auch altmodisch sagen ;-) ). Das führt dazu, dass man ständig finnisches Essen bekommt -- aber finnisches Essen wird in einem gesonderten Artikel, der auch schon halb fertig ist, beschrieben.
Auf jeden Fall leben Kaarinas Eltern zusammen mit ihrem schwedischen Lapphund Nappe zwischen Fluss und Wald, ca. 12 km vom Stadtzentrum von Tornio entfernt. Kaarinas Vater bwirtschaftet ein Waldstück, daher bezieht die Familie ihr Holz zum Heizen ihres Hauses. Das ist übrigens völlig untypisch aus Stein. Genau wie Kaarinas Mutter war er vor seiner Pensionierung Lehrer.
Nachdem wir den ersten Abend in Tornio hauptsächlich damit verbrachten, in Schweden Süßigkeiten zu kaufen und danach abendzuessen, ging es am nächsten Tag querfeldein durch den Wald -- auf Skiern. Für mich, die bisher hauptsächlich ordentlich gezogene Loipen gewohnt war, war das erstmal etwas abenteuerlich. Normalerweise braucht man übrigens auch zumindest ein Minimum an Loipe oder wenigstens geplätteten Schnee um zügig vorwärtszukommen. Im Frühling ist es jedoch häufig so, dass es Nachts ordentlich friert, tagsüber aber die Sonne den Schnee antaut. Dadurch entsteht "hanki" (Schnee mit einer Eisschicht darauf), den man bequem und ohne Spuren zu hinterlassen befahren kann. Besonders eindrucksvoll ist das, wenn man ein freies Feld aus unberührtem Schnee überquert. Man wird auf hanki übrigens auch ziemlich schnell ;-)
Nach einer ziemlich langen Fahrt kamen wir am Torniojoki an. Ein paar Kilometer flussaufwärts gab es dann auch die in Finnland obligatorische Feuerstelle und wir konnten Würstchen grillen und uns Schweden anschauen, dass auf der anderen Seite des Flusses lag.
Nappe war natürlich mit von der Partie, er hielt sich tapfer bis zum Schluss. Er ist ein Hund mit einem stark entwickeltem Pflichtgefühl und so musste er seine skifahrende Familie natürlich begleiten. Als wir wieder zuhause angekommen waren, sank er jedoch erstmal in sich zusammen und zog es vor, den Rest des Tages liegend zu verbringen. Allerdings waren auch Kaarina und ich nach diesen vielleicht 20 Kilometern Skifahrt und der ganzen frischen Luft schlafbereit.
Da Samstag war, ging es abends in die holzgeheizte Sauna. Davon wird man natürlich auch nicht wacher... schließlich konnten wir uns aufraffen und abendessen. Zudem bekam ich in Ermangelung eines eigenen ungelesenen Buches den "Zahlenteufel" auf Finnisch in die Hände. (noch nie gelesen? Vermutlich seid ihr jetzt zu alt dafür...)

Gut dass ich den schonmal gelesen hatte -- sonst hätte ich vermutlich garnichts verstanden.
Hier einige hilfreiche Vokabeln, falls ihr mal in eine ähnliche Lage kommen solltet:
Teufel: Piru oder Perkele (letzteres ist allerdings ein Schimpfwort)
Traum: uni
Taschenrechner: taskulaskin
... soviel zu den Wörtern, die mit T anfangen ;-)

Am nächsten Tag mussten wir Nappe überlisten, denn er hatte einen Muskelkater vom Vortag (sah übrigens ziemlich lustig aus, auch wenn der Arme kaum laufen konnte) und war definitiv nicht in der Lage mit nach Tornio zu fahren... mein Muskelkater hielt sich erstaunlicherweise in Grenzen. Trotz seiner Unfähigkeit sich mit mehr als 2 km pro Stunde fortzubewegen, wäre Nappe tödlich beleidigt gewesen, wenn man ihn nicht mitgenommen hätte.
Also durfte er mit Kaarinas Vater im Wald skifahren -- während wir uns kurz nach deren Aufbruch in die Gegenrichtung flussabwärts Richtung Tornio aufmachten. Es ging gegen den Wind. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ein bischen Wind die Geschwindigkeit so beeinträchtigen kann. Aber ich als alte Radfahrerin konnte natürlich auch Windschattenskifahren...
In Tornio fand an diesem Wochenende ein Eisfischwettbewerb statt. Dazu werden sämtliche Teilnehmer des Wettbewerbs für ein Wochenende auf ein gewisses Stück Eis mit ihren Eisbohrern und den 20cm langen Eisangeln losgelassen. Wer die meisten Fische fängt hat gewonnen -- ein einfaches Prinzip ;-). Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viele Finnen in ihrer Freizeit den Eisbohrer schultern und sich stundenlang damit beschäftigen, auf dem Eis herumzusitzen (kalt!) und mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit nichts zu fangen... aber der Fischfang ist bei dieser Beschäftigung wohl auch nicht die Hauptsache.

Auf unserem Rückweg hatten wir den Wind im Rücken, dafür war es aber schon Nachmittag und der Schnee wurde weich und ein paar Kilometer vor dem Ziel fing es an leicht zu regnen. Aber wir (besonders ich) schafften es trotzdem, ohne jegliche fremde Hilfe anzukommen -- auch wenn es am Ende etwas beschwerlich wurde. Das war meine längste (ca. 26 km) und bis jetzt auch letzte Skifahrt, an denn Wochenenden nach Ostern war es zu warm. Der Frühling kommt vermutlich bald -- auch wenn immer noch kein grüner Grashalm zu sehen ist.

Am Montag nach diesem Wochenende mussten mir meine Arbeitskollegen erstmal erzählen, dass "normale" Finnen überhaupt nicht so leben (die haben keinen Lapphund und essen viel lieber italienisch und überhaupt...) -- aber ich habe das Wochenende sehr genossen.

Dienstag, 10. April 2007

Levi Extreme

Ich bin ein bischen in Verzug mit meinem Blog gekommen, ich hoffe man verzeiht mir.
Dafür wird es in den nächsten Tagen (hoffentlich) häufiger mal Einträge geben -- zu erzählen
gibt es auf jeden Fall genug.

Besonders aufmerksame Leser haben vielleicht bereits entdeckt, dass irgendwann in den letzten Wochen ein Link zum Fotoalbum "Levi Extreme" aufgetaucht ist.
Levi Extreme ist ein schöner aber etwas unpassender Name für eine Skitour des "Nokia Ski Clubs", dessen Mitglied ich neuerdings bin, nach Lappland. Wir waren weder in Levi, noch war die Unterbringung, wie vor einigen Jahren "extrem". Trotzdem war es eine sehr schöne Tour.
"Wir" waren zehn "Nokia People" verschiedenen Alters aus Oulu. Von meinen Mitfahrern kannte ich nur Kaarina, die auf der gleichen Etage arbeitet wie ich (auf den Fotos in rosa) -- aber mit den anderen kam ich auch nach und nach in Kontakt. Nachdem am ersten Abend aus Müdigkeitsgründen fast ausschließlich finnisch gesprochen wurde (schlecht zu verstehen) und auch das erste Frühstück ziemlich zäh verlief, konnte man am nächsten Abend (besonders nach ein paar Bier :-P ) gut Englisch reden und es wurde sehr lustig. Nachdem ich meine unglaublichen Finnischkenntnisse ausgepackt hatte, konnten andere Leute ihre etwas besseren Deutschkenntnisse testen -- aber Englisch war dann doch eine gute Alternative.
Die Unterkunft wurde übrigens von Nokia bezahlt -- wir haben in einer Hütte an einem riesigen See mit holzgeheizter Sauna unser Dasein gefristet ;-). Übrigens, der Mitgliedsbeitrag des Nokia Ski Clubs beträgt fünf Euro pro Jahr.
Besonders der Samstag hat mir gut gefallen, da waren wir am "Pallastunturi". Ein Tunturi, auch Fjäll genannt, ist ein seltsam zuckerhutförmiger Berg in Lappland. Die Vegetationsgrenze ist in diesen Breitengraden so niedrig, dass alle diese "Tunturis" eine Glatze haben, obwohl sie gerade mal etwa 500 Meter hoch sind.
Das wirkt sich natürlich auch auf die Skipisten aus... diese sind schön breit und häufig nicht besonders steil. Dafür kann man auch so ziemlich überall abseits der Pisten fahren -- man sollte nur dafür sorgen, dass man am Ende an einem Lift auskommt, sonst wird die Sache etwas anstrengend.

Pallas ist ein Naturpark, in dem keine neuen Lifte oder Hotels gebaut werden dürfen. Deshalb besteht das Skigebiet aus einem alten Hotel (natürlich aus Holz), einer kleinen Skiverleihhütte und zwei Schleppliften. Die Natur ist dafür traumhaft. Hinzu kommt, dass wir praktisch einen Lift für uns alleine gemietet hatten ;-) So ungestört bin ich noch nie Ski gefahren. Im ganzen Skigebiet waren vielleicht 15 oder 20 Leute unterwegs.

Am Sonntag waren wir dann in einem "richtigen" finnischen Skigebiet -- in Ylläs. Das unterscheidet sich von der Atmosphäre her garnicht so sehr von alpinen Skigebieten (es gibt z.B. Apreski, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß wie in den Alpen) -- schon allerdings im Bezug auf die Schwierigkeit der Pisten: Diese waren teilweise so flach, dass man kaum noch ordentlich vorwärts kam.

Noch erwähnt werden sollte, dass ich auf dieser Tour den Polarkreis überquert und ein Nordlicht gesehen habe. Während ersteres sehr unspektakulär geschah war das Nordlicht eine echt schöne Erscheinung. Es ist schwer zu beschreiben, aber ich werde es versuchen:
Am nächtlichen Himmel tauchte zunächst ein schwacher Schleier auf, der immer heller wurde. Das Nordlicht. Die Farbe war gelblich. Was man auf den Fotos von Nordlichtern nicht sieht ist, dass sie leben: Das Nordlicht wanderte über den Himmel, änderte seine Konsistenz, Lichtstärke und Ausdehnung und zerfaserte schließlich etwas und wurde schwächer. Vermutlich muss man ein Nordlicht gesehen haben, um diese Schilderung zu verstehen. Wie Kaarina, meine Mitfahrerin, bemerkte, ist Oulu allerdings viel zu südlich um ordentliche Nordlichter zu sehen.

In Oulu wird es derweil Frühling -- aber sehr, sehr langsam. Ich kenn jemanden, der Ostern hier sehr gefroren hat (Grüße :-P). Vermutlich seid ihr bald von meinen andauernden Skiberichten erlöst -- zumindest ist es in Oulu nur noch an sehr ausgesuchten Plätzen möglich, durch die Gegend zu rutschen.
Während ich von einigen Wochen noch in der Lage war, auf Skiern von der Arbeit nach Hause zu fahren, ist der Schnee inzwischen ziemlich weit getaut und hat dabei die verschiedensten Zustände angenommen. Hilfreicherweise schneit es aber immer mal wieder...
Ich bin vorletzte Woche zum ersten Mal mit meinem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Oulu ist wirklich gut zum Radfahren, auf cirka zehn Kilometern Weg zur Arbeit muss ich an genau zwei Ampeln warten -- alle anderen Straßenüberquerungen sind mit Tunneln oder zumindest ohne Ampeln gelöst. Bei gutem Wetter auf jeden Fall eine schöne und etwas bewegungsbetontere Alternative zum Bus -- allerdings kann man auf dem Fahrrad weniger gut Vokabeln lernen.