Donnerstag, 7. Februar 2008

Ausserfinnisches

Heute gehts nicht um Finnland, sondern ein völlig ausserfinnische Vision, die ich gerade gehabt habe -- alle die, die nicht in Aachen Technische Informatik oder Etechnik studiert haben, interessiert dies wohl nicht -- und selbst wenn...

Also:
Als ich mich heute morgen mit einem Buch in eine ruhige Ecke setzte um ein bischen Grundlagenforschung über Quantisierung sowie Fixed Point-Darstellung und -Rechnung zu betreiben, stieg schon nach einigen Minuten schmökerns eine Vision vor mir auf:
Ich befand mich in einem Hörsaal mit dem kryptischen Namen "Eph". Ein relativ kurz geratener Mann stürmt von der Seite des Saals auf die Bühne und mit einem "Morgen!" auf den Lippen, was diesen jedoch schon vor dem eigentlichen Hereinkommen entgleitet und so nicht an die Ohren des Durchschnittsstudenten, der sich halbschlafend in seinem Klappsitz versucht in eine bequeme Position zu bringen. Ca. 3,7 Sekunden nachdem der Herr am Overheadprojektor angekommen ist, geht der Vortrag unter dem Titel "Datentechnik und Digitalrechner" los. Worte wie "CORDIC", "Carry-Ripple-", "Carry-Lookahead-Addierer", "Booth Wallace-Multiplizierer", "Signed Digits" ebenso wie die legendäre Phrase "und dann rippelt es sich hier so durch" und gemeine Fragen wie "Welchen Weg nimmt denn das Carry-Bit hier?" -- Stille -- ...
Es war so wirklich, dass ich die (um 8 Uhr wesentlich zu laute) Stimme hörte, dass ich das etwas schummrige Licht und das dunkle Inventar vor Augen sah und mich zu erinnern meinte, dass diese Veranstaltung zu 90% an Regentagen zu nachtschlafender Zeit stattfand.
Die legendäre Hauptperson T.G. Noll wurde unterschiedlich ernst genommen -- die Relation zwischen Ernstnehmgrad und Tagen bis zur Prüfung war umgekehrt proportional. Und er schaffte es trotz beidseitiger Skepsis tatsächlich, mir die Grundlagen dieser Materie beizubringen.

Ich hätte nie im Leben gedacht, dass irgend ein Teil dieser Vorlesung irgendwann mal in der Realität auftaucht, aber nachdem ich im Sommer schon den alten Cordic traf, schlägt mir jetzt das gesamte 2. Semester auf einmal ins Gesicht. Und erstaunlicherweise verstehe ich folgendes Buch: "Digital Signal Processing with FPGAs". Nur dass ich mich bei dem einen Kapitel nicht so gut konzentrieren kann, weil ich immer in diesen Hörsaal versetzt werde...

Hier also mein Aufruf an die heutige Generation Aachener Studenten: Glaubt Noll! So surreal es auch erscheinen mag, es gibt sie wirklich. Die Booth-Wallaces und Cordics und Carry-Lookahead-dreimalumdenApfelbaum-Addierer. Wobei, naja, das erste Semester DaDi braucht man bestimmt nie... :-P

1 Kommentare:

Willem Jansen hat gesagt…

Jaja, der Bruce-Willis-Addierer kommt IMMER wieder! Genau wie die Jacobi-Matrix und Satz 2.14.11 (Transformationssatz aus TI)!

Was allerdings seltener wird sind diese Lückenscripte. Das scheint sich im Buchmarkt nicht durchzusetzen :-p

Willem