Seit ein paar Tagen ist die unstrittene StreetView Option in Google Maps für Finnland im Netz.
Einfach bei Google Maps einen Ort in Finnland eingeben und dann das orangene Männchen von links oben über der Zoombar in eine beliebige Strasse ziehen und anfangen herumzuwandern. Falls sich also jemand im Moment keine Finnlandreise leisten kann...
Ich kann verstehen warum man das bedenklich finden kann, im Moment finde ich es allerdings recht faszinierend -- unter anderem weil die Bilder in Oulu grösstenteils bei bestem Wetter im Sommer gemacht wurden ;-) Virtueller Sommer sozusagen.
Eigentlich sollte ich ja inzwischen wissen wie gross der Unterschied hier zwischen Sommer und Winter ist, aber es hat mich doch überrascht zu sehen wie grün und sonnig es sein kann.
Aber jetzt erstmal die Wintersonne geniessen und auf den anstehenden Frühling freuen -- wie man weiss ist es in Finnland Winter wenn Schnee liegt und es dunkel ist, Frühling wenn Schnee liegt und es hell ist ;-)
Samstag, 13. Februar 2010
Virtuell durch Finnland
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Imke
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Freitag, 3. April 2009
Christian Lindbergin kolme roolia
Christian Lindberg war gestern im Madetojan sali als Dirigient, Posaunist und Komponist zu hören. Und zu sehen: Er hatte ziemlich enge Hosen an, trug bei jedem Stück ein anders buntes Seidenhemd. Und bewegte sich auf der Bühne ausschliesslich springend. Dies sei hier nur erwähnt, weil es sich von der üblichen Dirigenteneinheitskleidung stark abhebt.
Aber zur Hauptsache: Los gings mit einem Stück von Söderman, das Lindberg dirigierte und welches zuende war bevor ich mich in die Musik einfinden konnte -- vermutlich würde ich es auch kaum wiedererkennen, wenn es mir jemand nochmal vorspielen würde.
Aber dann, dramatischer Fall des Vorhangs, lautes Gescharre hinter selbigem und als sich der Vorhang wieder öffnete, sass fast das ganze Orchester andersherum als vorher. Jetzt konnte man an der Stelle wo üblicherweise das erste Cello sitzt also den Rücken des Kontrafagottisten bewundern. Kurz darauf wurde klar warum das so war: Nun würde Lindberg als Posaunensolist das Orchester zu einem von ihm selbst geschriebenen Stück dirigieren. Drei Rollen in einem Stück also. Und das Dirigat funktionierte wirklich (und zwar (noch) besser als bei anderen Leuten, Hans Hermann und Mika, ihr solltet euch das mal anschauen ;-) ). Das Stück "Helikon Wasp", eine Art Selbstportrait (das ist allerdings meine eigene Interpretation), ist super instrumentiert, unter anderem mit Baritonsaxophon, Kontrafagott Xylophon und Vibrafon (und die übliche Orchesterbesetzung spielt natürlich auch mit). Es handelt von der "Helikon Wasp", einer Kreatur die singen und spielen kann, manchmal sehr schön aber manchmal auch etwas nervig und aggressiv. Die Wespe erlebt während des Stückes verschiedene Dinge, zuletzt (Achtung, Teaser)entrinnt sie knapp dem Tod durch "Eisseelen", die sie angreifen wollen. Die Wespe kann jedoch durch stoisches Ignorieren und Weiterspielen entkommen.
Der letzte Absatz war noch nichtmal völlig aus der Luft gegriffen, denn das Stück hat auch einen Erzähl- und Singteil. Was ich zunächst völlig blöd fand, sich dann aber doch schön ins Stück einpasste. Und natürlich strotzte es nur so vor schöner Posaunenmelodien und fulminanter Soli.
Eine Kostprobe von Helikon Wasp und ein kurzes Portrait von Lindberg als Komponist gibts hier
Als Zugabe gabs vom Solisten Lindberg noch My Funny Valentine. Leider verabschieden sich Solist und Komponist Lindberg, nach der Pause kam nur der Dirigent zurück -- es gab Tschaikowskis Erste. Schönes Stück -- besonders der erste und letzte Satz. In der Mitte war ich und so schien es auch das Orchester etwas unkonzentriert. Aber ich hätte schon gerne noch was vom Posaunisten Lindberg gehört...
Auf jeden Fall ein lohnenswertes Konzert. Wenn Lindberg also in eure Stadt kommt, unbedingt hingehen!
Und als Bonus konnte man natürlich die übrigen Zuschauer beobachten. Finnen können einfach nicht vorne sitzen -- nichtmal in einem Konzert und wenn es nichts extra kostet. Deswegen waren wir in der dritten Reihe völlig allein auf weiter Flur -- die nächsten Besucher waren irgendwo in der fünften Reihe zu finden und dann füllte es sich. An der Akustik kann es kaum gelegen haben, ich glaube nicht, dass man links hinten in der Ecken unter dem Vorbau der Empore besser hört also in der Mitte vorne.
Selbiges Phänomen, was ja in Deutschland auch z.B. in Vorlesungen häufiger auftritt ist in Finnland bei Personen jeglicher Altersklassen und bei fast allen Anlässen zu beobachten. So füllt sich auch in unserer Firma bei sämtlichen grösseren Informationsveranstaltungen das Auditorium von ganz hinten, auch wenn man von da aus die Folien vom Projektor wirklich schlecht sehen und zudem kaum was vom Referenten hören kann.
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Imke
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20:04
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Mittwoch, 21. Januar 2009
Das Lama schon wieder
Ist das eigentlich in Deutschland auch so, dass man täglich in den Wirtschaftsnachrichten von Entlassungen und Beurlaubungen hört? Besonders die Papier- und Schiffsindustrie scheint es zu treffen, aber auch bei einem unseren "Subcontractors" sind einfach mal ein Drittel der Angestellten beurlaubt worden. Und kann man in Deutschland seine Angestellten einfach so beurlauben, d.h. ein paar Monate lang einfach nach Hause schicken (natürlich ohne Gehalt)? In Finnland scheint das sogar ohne zeitliche Begrenzung zu gehen -- bloss dass die Angestellten irgendwann nicht mehr verpflichtet sind, wiederzukommen.
Lebensmittel sind zum Jahreswechsel ganz schön viel teuerer geworden, z.B. Fruchtquark, der sonst 80 Cent gekostet hat, was ja auch schon nicht so furchtbar günstig ist, kostet jetzt 1 Euro.
Wir vermuten, dass das dadurch kommt, dass die Mehrwertsteuer für Lebensmittel Mitte des Jahres abgesenkt werden soll und sich die Geschäfte verpflichtet haben, deshalb nicht die Preise zu erhöhen. Aber ein halbes Jahr geht das natürlich schon... naja, ist nur eine Theorie.
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Imke
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19:17
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Donnerstag, 8. Januar 2009
Und unversehens verwandelte sich das freundliche Huftier in eine fiese Rezession
... oder: der kleine Unterschied.
In Finnland läuft neuerdings die Aktion "Älä ruoki lamaa!" -- also "Lama nicht füttern". Naja, nicht wirklich, das Wort "lama" ist ein falscher Freund, das Kamel ohne Höcker wird im Finnischen als "laama" bezeichnet. Ein "lama" ist dagegen eine Rezession. Bisher war die jetzige Wirschaftslage allerdings nur ein "taantuma". Na dann. Bei der Aktion geht es übrigens darum, die Finnen von "unnützem Sparen wegen der drohenden Rezession" abzuhalten...
Auch bei anderen Wörtern sollte man tunlichst aufpassen, z.B. ist liima Kleber, lima ist nicht vorrangig die Hauptstadt Perus sondern Schleim. Oder kuusi -> Fichte, kusi -> Pisse. Ein sehr schönes zusammengesetztes Substantiv ist dann auch joulukusi (joulu = Weihnachten, Weihnachts-).
Noch verwirrender ist es bei Wörtern, die sich durch Einfach- bzw. Doppelkonsonanten unterscheiden.
So ist mato ein Wurm, matto aber ein Teppich. Hilfreicherweise ist "maton pinta" (Genitiv) die Oberfläche des Teppichs, nicht die des Wurms, das wäre natürlicherweise "madon pinta".
Von diesen charmanten Paaren gibts auch genug, z.B.
tuki -> Hilfe, tukki -> (gefällter) Baumstamm,
kylä -> Dorf, kyllä -> Ja,
tuli -> Feuer, tulli -> Zoll, es gibt auch tuuli -> Wind.
pako -> Flucht, pakko -> Zwang
koko -> Grösse, kokko -> grosses Feuer,
aita -> Hecke, aitta -> so ne Art Hütte.
... und hunderte mehr, die mir gerade nicht einfallen, weil ich sie aufschreiben will.
Interessanterweise nehmen die Finnen Ähnlichkeit der für Ausländer auf den ersten Blick kaum zu unterscheidenden Wörter garnicht so wahr. Als ich in Tornio mal von "tukkipaketti" redete (meine englischen Sätze enthalten inzwischen recht viele finnische Wörter), rätselten meine Gesprächspartner lange, was das wohl sein könnte. Bis ich dann sagte, "könnte auch tukipaketti gewesen sein". Ach soo.
Und am Ende noch eine kleine Warnung: wenn man sich nicht ganz sicher ist, sollte man vielleicht das Wort "treffen" nicht unbedingt aktiv benutzen. "Minä tapaan" heisst "ich treffe", "Minä tapan" dagegen "ich töte"...
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Imke
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19:20
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Freitag, 7. November 2008
Hier auch
... ein Foto von teuren Lebensmitteln. Allerdings ist dieses Foto im Mai gemacht worden, aber es passte gerade so schön hier und hierzu. Im Moment sind Paprika übrigens ziemlich günstig und sogar unverpackt und begast erhältlich.
Ein schönes Wochenende wünsche ich euch!
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Imke
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14:41
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Sonntag, 28. September 2008
Finnischer Straßenverkehr
Letzte Woche bin ich ja tatsächlich mal wieder selbst in Oulu Auto gefahren. Hier ein paar Beobachtungen:
-- Ich bin die ganze Zeit in Wohngebieten auf der Suche nach Rückseiten von "Vorfahrt Achten"-Schildern, denn dass man Vorfahrt hat, wird in Finnland nicht unbedingt ausgeschildert. Finnen sehen diese graune Flecke auch immer, aber ich muss noch üben.
-- Finnen halten es für unnötig, an Zebrastreifen Fußgänger durchzulassen. Wenn man das dann tut, wird man von wildfremden Finnen angelächelt.
Vielleicht mehr übers Autofahren im Winter später.
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Imke
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16:35
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Labels: Autofahren, Finnland
Donnerstag, 10. Juli 2008
Spiegel Online schreibt über das Leben in der finnischen Gemeinde Eurajoki. Dort gibt es ein Atomkraftwerk und die Leute leben dort ganz idyllisch und seltsamerweise ohne Angst und Schrecken, dass jederzeit ein Störfall eintreten könnte.
Ich frage mich, was die Leute da sonst machen sollen -- wer nicht beim Atomkraftwerk leben will, wohnt da vermutlich nicht (mehr). Ich finde es eher kurzsichtig in Deutschland hysterisch die Schliessung von deutschen Atomkraftwerken zu fordern und dann gemütlich mit grenznahem tschechischen Atomstrom fernzusehen.
Die Sichtweise der Finnen die ich kennengelernt habe auf Atomkraft ist nicht so negativ wie in Deutschland. Während in Deutschland die Grünen Kohlekraftwerke bauen wollen, halten die Finnen das für das schlechteste, was man machen kann (hoher CO2-Emissionen, schlechter Wirkungsgrad). Wasserkraft klingt toll, ist aber auch zwiespältig, zumindest schwer auszubauen, denn in einem platten Land wie Finnland müssen Stauseen sehr gross sein und durch die verstärkte Strömung werden Schwermetalle aus dem Boden geschwemmt (was man nicht alles im Finnischunterricht lernt...). Hier im Norden wird auch gerade ein Atomkraftwerk geplant und der genaue Standort entscheidet darüber, welche Gemeinde die Arbeitsplätze bekommt. Es wäre sicherlich besser, den Stromverbrauch zu senken und keine Atomkraftwerke zu bauen. Da das aber wohl nicht der Fall sein wird, ist mir ein Atomkraftwerk in Kemi (100km entfernt, in Finnland) lieber als eins an der russischen Grenze (300km entfernt).
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Imke
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18:41
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Mittwoch, 28. Mai 2008
Saunameeting
In Finnland hat ja fast jeder eine Sauna, wenn schon keine ganz eigene, dann befindet sich zumindest eine Gemeinschaftssauna im Haus. Jedes Schwimmbad hat ne Sauna und die Sommerhütten natürlich sowieso auf jeden Fall. Und auf der Arbeit. In dem Gebäudekomplex unserer Firma gibt es bei den Umkleideräume/Spinden, in der Nähe vom Fitnessraum Saunen und dann auch im obersten Stock des Hauses, in grossen Meetingräumen. Da kann man tagsüber arbeiten und dann abends essen und saunieren (und trinken). Das hab ich heute zum ersten Mal mitgemacht und es hat mir super gut gefallen. Einziges Manko war, dass ich die einzige Frau in unserem Projekt war und deshalb allein in die Frauensauna musste (naja, mir wurde Begleitung angeboten, aber es war dann schon ok ;-) ). Ach ja, ne Terrasse zum Draussensitzen nach der Sauna gibts da natürlich auch. Und der deutsche Kollege der zum ersten Mal in Finnland war fragte: "Gehen die dann wirklich einfach alle in die Sauna?".
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Imke
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21:45
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Dienstag, 5. Februar 2008
Karneval... oder so
So was wie Karneval wird hier in Finnland ja wenn überhaupt an "Vappu", dem 1.Mai gefeiert. Die Tage vor der Fastenzeit heißen hier "Laskiainen" und es ist sehr schön ruhig. Die traditionellen Aktivitäten sind Schlittenfahren ("laskea mäki" bedeutet einen Berg runterfahren -- "laskea" heißt aber auch rechnen und verringern.... finnisch ist eine interessante Sprache) und "Laskiaispulla"-Essen. Mangels Bergen beschränkten wir uns aufs letztere:Für Laskiaispulla wird Pulla (siehe hier) aufgeschnitten und mit Marmelade und Sahne gefüllt. (Man beachte auf dem Foto im Hintergrund die Packung mit fettfreier Milch ;-)
Außerdem ist heute auch Runebergtag (Runebergin päivä) zu dem es ebenfalls ein spezielles Gebäck gibt: Runebergtörtchen. Die hat hilfreicherweise meine Mitbewohnerin hergestellt un dich weiß nicht genau wie man die macht, aber sie schmecken ziemlich gut ;-) Hier ein Rezept ohne Gewähr.
Runeberg hat übrigens die Finnische Nationalhymne geschrieben und war Dichter und Professor und hat die finnische Sprache gefördert.
Ansonsten bleibt nur noch zu sagen, dass in diesem Jahr alle möglichen Feiertage aufeinanderfallen: Laskiaistiistai und Runeberginpäivä sowie 1.Mai (Tag der Arbeit) und Himmelfahrt.
Und Aschermittwoch ist alles vorbei...
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Imke
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20:30
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Donnerstag, 31. Januar 2008
Karrikatur

Montag in der Kaleva gefunden: Eine Karrikatur des Zeichners Jari. Und sogar verstanden.
Der Chef gibt seinen Mitarbeitern eine "Gruppenentlassung" und sagt:
"Wir verlegen die Fabrik weit weg. Ihr habt Grund, stolz zu sein, zu dem Team zu gehören, dass den Gewinn der Firma maximiert." (Frei übersetzt -- Kritik und Anregungen willkommen)
Aha, könnte man denken, die Finnen kritisieren den Umgang von Nokia mit den Fabrikarbeitern in Bochum.
Allerdings betrifft diese Karrikatur die Schliessung der Papierfabrik in Kemijärvi, ein paar hundert Kilometer nördlich von Oulu. Die Fabrik warf Gewinn ab, wird aber geschlossen, weil die Firma Stora Enso einen höheren Preis für ihr Papier erzielen will. Ein echter Parallelfall also. Bis darauf, dass es in Kemijärvi (am Arsch der Heide) noch weniger Alternativen für Fabrikarbeiter gibt als in Bochum.
Was ich damit sagen will? Weiss ich auch nicht so genau, es fiel mir nur auf.
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Imke
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10:13
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Mittwoch, 28. November 2007
Es weihnachtet ein bischen
So sieht die Ouluer Innenstadt seit ein paar Tagen aus -- geschmückt mit Lichtern und Schnee. Obwohl (oder gerade deswegen) die Verweihnachtlichung recht dezent ausfällt, bekommt man ein sehr weihnachtliches Gefühl. Der Schnee (hab ich in diesem Blog Schnee bereits oft genug erwähnt? Schnee, Schnee, Schnee, gestern bin ich von der Arbeit auf Skiern nach Hause gefahren...) und die relative Ruhe in der Einkaufsstrasse halfen sicherlich auch. Es wird einfach nicht weihnachtlich, wenn von allen Seiten verschiedene Weihnachtslieder auf einen einbrüllen und die Menschen sich gegenseitig vor Weihnachtseile fast über den Haufen rennen. Zumindest wird es dann nicht das gewünschte "gute" Weihnachtsgefühl, sondern eher die "Weihnachten, nein Danke"-Stimmung.
Die Finnen feiern übrigens Weihnachten und "pikkujoulu" (kleines Weihnachten). Zweiteres ist in Deutschland auch als Weihnachtsfeier bekannt, ist in Finnland aber wesentlich ausgeprägter... und mit mehr Alkohol verbunden. Ausserdem tragen die Finnen dort angeblich festliche Kleidung (Anzug etc.), was sonst so gut wie nie vorkommt. Sogar Staatsminister können auch im Pullover im Fernsehen auftreten.
Ich habe die Firmen-"pikkujoulu" aber verpasst. Ich hatte Bauchschmerzen und aus unserer Abteilung wollte sowieso kaum jemand hingehen.
Und noch ein bischen Vermischtes:
Grüsse an den Aachener Weihnachtsmarkt.
Glühwein heisst hier "Glögi" und ist noch süsser als in Deutschland.
Die Sonne geht inzwischen um halb 3 unter.
Der Nikolaustag ist ein Feiertag in Finnland ;-) (genannt auch Finnscher Unabhängigkeitstag)
Die Finnen kennen weder das Christkind noch den Nikolaus.
Am verlängerten Nikolauswochenende fahr ich nach Lappland und kann dann endlich meine neuen Skier (die immer noch geschont werden, aber die alten werden rege benutzt) ausprobieren (auch das kann nicht oft genug erwähnt werden).
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Imke
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Dienstag, 20. November 2007
Streik 3
Der Krankenschwesternstreik ist abgewendet -- natürlich im letzten Moment. Kaleva schreibt, dass sie einen vier Jahre gültigen Vertrag vereinbart haben, der 20-28% Lohnsteigerung über die Zeit verteilt bringt. In zwei Jahren kann man sich vermutlich auf einen neuen Tarifstreit einstellen, denn die anderen Gewerkschaften in diesem Sektor (das ist so ähnlich wie bei den deutschen Lokführern, es gibt verschiedene) haben bereits im Herbst einen Zweijahresvertrag abgeschlossen, der Lohnerhöhungen von ca. 12% beinhaltet.
Spiegel Online hat auch einen Artikel dazu.
Interessant war auch der dreitägige Alko-Streik. Alko ist die staatliche Ladenkette für alkoholische Getränke die mehr als 4,7 Volumenprozent Alkohol beinhalten. Dieser Streik wurde natürlich in allen Nachrichten erwähnt und es gab Bilder von Menschenschlangen bis weit vor den Laden zu sehen ;-)
Drei Tage ohne Alkohol...
Auch bei uns bei der Arbeit ist es noch ruhig, aber so langsam nervt dieser Streit dann doch, weil einige wichtige Informanden auf unbestimmte Zeit verschwunden sind...
Und das wars dann auch erstmal vom Streik, hoffe ich.
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Imke
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12:49
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Freitag, 16. November 2007
Streik 2
Jetzt will die finnische Regierung ein Gesetz (eil-)erlassen, dass Krankenschwestern, die gekündigt haben, trotzdem arbeiten müssen. Wie soll das denn gehen?
Man kann also ins Gefängnis kommen, wenn man nicht arbeitet während man nicht angestellt ist. Sehr seltsam.
Jetzt schreibt auch der Spiegel etwas dazu:
Spiegel-Bericht
Die Finnen sehen diesen Streit übrigens durchaus kritischer als der Spiegel-Redakteur, unter anderem weil es schon Angebote von 15% (oder so) Gehaltserhöhung gegeben hat -- die Krankenschwestern wollen aber 30%.
Und es trägt auch nicht zur Solidarität bei, dass die Stadtverwaltungen im Fernsehen live vorrechnen, wie stark die Steuern erhöht werden müssen, sollte man auf die Forderungen eingehen...
Ach ja: Deutsche Krankenschwestern verdienen etwa so viel. Kein grosser Unterschied zu Finnland.
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Imke
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09:49
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Donnerstag, 15. November 2007
Streik
Während in Deutschland "nur" die Lokführer streiken, haben sich in Finnland die Krankenschwestern überlegt, dass sie 30% mehr Gehalt haben möchten. Und da man als Krankenschwester nicht "normal" streiken kann, weil man dann gesetzlich verpflichtet ist, einen "Basisdienst" zu leisten, haben sich die Schwestern überlegt, dass sie kündigen, wenn sie nicht die geforderte Gehaltserhöhung erhalten.
Mehr dazu gibt es auch hier (die einzige Meldung die ich auf Deutsch gefunden habe...).
Was sich für mich jedoch am deutlichsten auswirkt: Ruhe am Arbeitsplatz. Irgendeine Technikergewerkschaft streikt nämlich auch, und zu der gehört der Grossteil unserer "Subcontractors" -- besonders die, die im Labor gegenüber immer so einen Krach machen ;-)
Das bedeutet für andere natürlich, dass ihr Projekt nicht vorankommt, weil alle ihre Arbeiter streiken, aber für mich ist es Erholung pur :-P
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Imke
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13:27
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Donnerstag, 8. November 2007
Traurige Premiere
Gestern ist ein Schüler in Finnland an seiner Schule amokgelaufen. Er hat acht Menschen und sich selbst umgebracht. Das ist heute das einzige Thema in Finnland, sogar im Finnischunterricht haben wir darüber gesprochen. Die Flaggen sind heute auf Halbmast gesetzt (und es gibt viel Flaggen in Finnland). Dies ist das erste Mal, dass etwas Derartiges in Finnland passiert ist.
Sogar die deutschen Medien berichten, wenn auch unter "ferner liefen":
Spiegel
Tagesschau.de
Vielleicht nur eine Ausdrucksweise der Kranken unserer Zeit ist, dass er die Vorbereitungen sowie das Datum des Anschlags minutiös im Internet dokumentiert hat -- aber aus irgend einem Grund hinterlässt das ein noch seltsameres Gefühl in mir.
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Imke
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11:21
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Montag, 8. Oktober 2007
Verlegenheit
Es häuft sich gerade so, deshalb möchte ich hier ein finnisches gesellschaftliches Phänomen beschreiben, aber mit dieser Stichprobengrösse kann ich keine Aussage über die Signifikanz dieser Beobachtung machen. Das könnte mir (theoretisch) in jedem anderen Land auch passiert sein.
Aber trotzdem:
Das ist doch nicht normal...
Es gibt eine Gattung Menschen, männlich so zwischen 20 und 35, die es nicht wagt, ein Wort mit mir zu wechseln oder der es zumindest äusserst schwer fällt, wenn sie dazu (z.B. bei der Arbeit) gezwungen wird.
Das kann dann so aussehen:
Kaarina und ich gehen unserer erst neulich aufgekommenen Tradition des Formel 1-Sehens (dabei tut man folgendes: Kaffeetrinken, sich unterhalten, finnische Computerzeitschriften lesen und auch sonst den Fernseher mit Missachtung strafen) nach -- bei unserem Nachbarn. Dabei treffen wir kurz nach dem Eintreffen auf eine uns bisher unbekannte Person. Ich sage also: "Hi, I'm Imke", er schaut einen winzigen Augenblick und ist dann mit dem Aufhängen seiner Jacke beschäftigt. Auch danach, kein Wort. Kaarina hilft dann mit dem Anfang des Satzes: "Nice to meet you, my name is ..." und sieht ihn fragend an -- keine Reaktion. In den darauf folgenden zweieinhalb Stunden komme ich mir wie Luft vor. Und nachher sagt unserer Gastgeber: "Maybe, he's a little bit shy..."
Zweites Bespiel:
Der derzeitige Freund meiner Mitbewohnerin, den ich häufiger in (unserer!) Wohnung antreffe, schafft es inzwischen, nach einiger Ûbung, "Hei" zu sagen und wenn er dazu explizit gezwungen wird auch mal nen halben Satz. Erklärung natürlich: "Sorry, he's a little bit shy. And he is so unsure about his english".
Drittes Beispiel:
Ich brauchte bei der Arbeit Informationen über ein Projekt von einem bisher unbekannten Mitarbeiter. Also hingelaufen und gefragt. Erstmal Stille, dann vooorsichtig drei Wörter gesagt. Seine Körpersprache verriet eine seltsame Mischung aus Unbehaglichkeit und der Bemühung, meine Fragen ausführlich zu beantworten. "He seems to be a little bit shy", dachte ich mir, aber das war wohl in diesem Fall nicht ganz richtig; ein Finne erklärte : "Well, he's a mathematician." Na gut, dann ist ja alles klar.
Letzteres hätte mir wohl auch in Aachen passieren können, aber dass jemand überhaupt kein Wort mit mir wechselt -- das ist dann schon etwas sehr seltsam. Und nicht sehr erwachsen... man kann doch in dem Alter nicht soo verlegen sein, oder?
Interessant ist auch, dass dieses Verhalten in Finnland einfach akzeptiert wird. Sicherlich fällt es auch in Deutschland einigen Leuten schwer, fremden Personen gegenüberzutreten, aber zumindest den Namen sagen, das wäre doch drin, oder?
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Imke
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Montag, 28. Mai 2007
Finnischer Humor
Finnischer Humor ist seltsam. Und meistens versteht man ihn nicht, weil er in finnisch ist ;-)
-- aber nicht nur deshalb.
Ich weiß nicht genau, ob ich schon zu lange in Finnland bin, aber ich fand folgendes Beispiel (auf "deutsch") spontan lustig:
http://www.youtube.com/watch?v=VOyvM6UsjdE
Man sollte dazu vielleicht wissen, dass in Finnland "Der Alte" (hab ich in Deutschland genau null Mal gesehen) seit Jahrzehnten zur Primetime am Samstag gezeigt und mit Begeisterung gesehen wird... das kennt hier wirklich jeder.
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Imke
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19:36
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Dienstag, 10. April 2007
Levi Extreme
Ich bin ein bischen in Verzug mit meinem Blog gekommen, ich hoffe man verzeiht mir.
Dafür wird es in den nächsten Tagen (hoffentlich) häufiger mal Einträge geben -- zu erzählen
gibt es auf jeden Fall genug.Besonders aufmerksame Leser haben vielleicht bereits entdeckt, dass irgendwann in den letzten Wochen ein Link zum Fotoalbum "Levi Extreme" aufgetaucht ist.
Levi Extreme ist ein schöner aber etwas unpassender Name für eine Skitour des "Nokia Ski Clubs", dessen Mitglied ich neuerdings bin, nach Lappland. Wir waren weder in Levi, noch war die Unterbringung, wie vor einigen Jahren "extrem". Trotzdem war es eine sehr schöne Tour.
"Wir" waren zehn "Nokia People" verschiedenen Alters aus Oulu. Von meinen Mitfahrern kannte ich nur Kaarina, die auf der gleichen Etage arbeitet wie ich (auf den Fotos in rosa) -- aber mit den anderen kam ich auch nach und nach in Kontakt. Nachdem am ersten Abend aus Müdigkeitsgründen fast ausschließlich finnisch gesprochen wurde (schlecht zu verstehen) und auch das erste Frühstück ziemlich zäh verlief, konnte man am nächsten Abend (besonders nach ein paar Bier :-P ) gut Englisch reden und es wurde sehr lustig. Nachdem ich meine unglaublichen Finnischkenntnisse ausgepackt hatte, konnten andere Leute ihre etwas besseren Deutschkenntnisse testen -- aber Englisch war dann doch eine gute Alternative.
Die Unterkunft wurde übrigens von Nokia bezahlt -- wir haben in einer Hütte an einem riesigen See mit holzgeheizter Sauna unser Dasein gefristet ;-). Übrigens, der Mitgliedsbeitrag des Nokia Ski Clubs beträgt fünf Euro pro Jahr.
Besonders der Samstag hat mir gut gefallen, da waren wir am "Pallastunturi". Ein Tunturi, auch Fjäll genannt, ist ein seltsam zuckerhutförmiger Berg in Lappland. Die Vegetationsgrenze ist in diesen Breitengraden so niedrig, dass alle diese "Tunturis" eine Glatze haben, obwohl sie gerade mal etwa 500 Meter hoch sind.
Das wirkt sich natürlich auch auf die Skipisten aus... diese sind schön breit und häufig nicht besonders steil. Dafür kann man auch so ziemlich überall abseits der Pisten fahren -- man sollte nur dafür sorgen, dass man am Ende an einem Lift auskommt, sonst wird die Sache etwas anstrengend.
Pallas ist ein Naturpark, in dem keine neuen Lifte oder Hotels gebaut werden dürfen. Deshalb besteht das Skigebiet aus einem alten Hotel (natürlich aus Holz), einer kleinen Skiverleihhütte und zwei Schleppliften. Die Natur ist dafür traumhaft. Hinzu kommt, dass wir praktisch einen Lift für uns alleine gemietet hatten ;-) So ungestört bin ich noch nie Ski gefahren. Im ganzen Skigebiet waren vielleicht 15 oder 20 Leute unterwegs.
Am Sonntag waren wir dann in einem "richtigen" finnischen Skigebiet -- in Ylläs. Das unterscheidet sich von der Atmosphäre her garnicht so sehr von alpinen Skigebieten (es gibt z.B. Apreski, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß wie in den Alpen) -- schon allerdings im Bezug auf die Schwierigkeit der Pisten: Diese waren teilweise so flach, dass man kaum noch ordentlich vorwärts kam.
Noch erwähnt werden sollte, dass ich auf dieser Tour den Polarkreis überquert und ein Nordlicht gesehen habe. Während ersteres sehr unspektakulär geschah war das Nordlicht eine echt schöne Erscheinung. Es ist schwer zu beschreiben, aber ich werde es versuchen:
Am nächtlichen Himmel tauchte zunächst ein schwacher Schleier auf, der immer heller wurde. Das Nordlicht. Die Farbe war gelblich. Was man auf den Fotos von Nordlichtern nicht sieht ist, dass sie leben: Das Nordlicht wanderte über den Himmel, änderte seine Konsistenz, Lichtstärke und Ausdehnung und zerfaserte schließlich etwas und wurde schwächer. Vermutlich muss man ein Nordlicht gesehen haben, um diese Schilderung zu verstehen. Wie Kaarina, meine Mitfahrerin, bemerkte, ist Oulu allerdings viel zu südlich um ordentliche Nordlichter zu sehen.
In Oulu wird es derweil Frühling -- aber sehr, sehr langsam. Ich kenn jemanden, der Ostern hier sehr gefroren hat (Grüße :-P). Vermutlich seid ihr bald von meinen andauernden Skiberichten erlöst -- zumindest ist es in Oulu nur noch an sehr ausgesuchten Plätzen möglich, durch die Gegend zu rutschen.
Während ich von einigen Wochen noch in der Lage war, auf Skiern von der Arbeit nach Hause zu fahren, ist der Schnee inzwischen ziemlich weit getaut und hat dabei die verschiedensten Zustände angenommen. Hilfreicherweise schneit es aber immer mal wieder...
Ich bin vorletzte Woche zum ersten Mal mit meinem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Oulu ist wirklich gut zum Radfahren, auf cirka zehn Kilometern Weg zur Arbeit muss ich an genau zwei Ampeln warten -- alle anderen Straßenüberquerungen sind mit Tunneln oder zumindest ohne Ampeln gelöst. Bei gutem Wetter auf jeden Fall eine schöne und etwas bewegungsbetontere Alternative zum Bus -- allerdings kann man auf dem Fahrrad weniger gut Vokabeln lernen.
Freitag, 2. Februar 2007
Wo ich in Oulu wohnen werde
Ich habe ein Zimmer in Otokylä, dem Wohnheim der Hochschule von Oulu ergattert... bzw. ein halbes. Oder wie auch immer man es nennen möchte, wenn man zu zweit in einem Zimmer wohnt.
Es ist nur geringfügig teurer als mein Zimmer in Aachen: statt 148 Euro 170.
Ich bin sehr gespannt, wie das mit zwei Leuten auf einem Zimmer funktionieren soll. Seit ca. 10 Jahren hab ich nicht mehr permanent mit einem Menschen in einem Zimmer gewohnt, dessen Tagesablauf ich nicht teile. Man muss sich ja vermutlich schon einigen, wann man das Licht ausmacht -- und wenn morgens die eine aufgestanden ist, wird der anderen auch nichts anderes übrig bleiben. So alltägliche Sachen, die man halt absprechen muss... Erstaunlicherweise bin ich aber wirklich gespannt, wie das läuft und bezweifle nicht, dass das überhaupt funktioniert -- schließlich scheinen an die 600 Leute in dem Wohnheim so zusammenleben zu können.
Dafür gibt es natürlich auch jede Menge Regeln. Die allerwichtigste scheint zu sein: RUHE von 22-7 Uhr. Oder wie es in meinen Unterlagen so schön heißt: "the finnish concept of silence is very, very, very quiet". Diese Regel kommt in meinen Unterlagen drei Mal in unterschiedlichen Formulierungen vor. Aber die zitierte ist die schönste ;-)
Ich hoffe einerseits, das das nichts mit den Nachhausekommzeiten zu tun hat und andererseits, dass ich schlafen kann. wenn ich es möchte -- naja, man wird sehen, wie es im Wohnheim läuft. Wenn es doch total doof ist, werde ich mich vor Ort besser nach Wohnraum umsehen können als hier -- von hier aus geht es nämlich so gut wie gar nicht.
Das Wohnheim hat natürlich auch extreme Vorteile. In der Zimmermiete ist alles mögliche inbegriffen: Bettwäsche, Handtücher, Geschirr, Besteck und INTERNET. Außerdem kann man die Sportanlagen des Wohnheims nutzen.
Ach ja, den ersten Monat werde ich mit einem belgischen Mädchen zusammen wohnen, das aber im April abreist. Vielleicht hab ich ja dann doch ein eigenes Zimmer...
Hilfreiche Links:
Die Wohnheimshomepage -- leider nur in finnisch, man kann mit der Übersetzung Stunden verbringen
Accomodation Services für internationale Studierende an der Uni in Oulu. Da kann man übrigens auf Fotos von den Zimmern bestaunen.