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Mittwoch, 18. Juni 2008

Bald ist Juhannus

In meinem Leben passiert gerade nicht viel Erwähnenswertes, dafür ist aber viel los ;-) Ich erwähne einiges einfach trotzdem, und zwar relativ ungeordnet:

Nächstes Wochenende ist Juhannus, also Mitsommer! Wir fahren nach Vuokatti, mit 9 Leuten in ein großes Mökki (Ferienhaus). Das Wetter ist "epävakainen", d.h. die Meteorologen haben keinen Schimmer, aber soviel wie es im Moment regnet kann es nur gut werden.

Nokia-Sommerfest war letzten Freitag. Nokia mietet dazu eine riesige Wiese, baut eine Bühne und mehrere Verpflegungsstände auf -- und das reicht ja auch schon ;-) Dann kommen ein paar tausend Leute zur Party und suchen einander. Das Auffinden von bestimmten Leuten kann einige Stunden dauern, aber dafür findet man dann meistens andere Leute. Die Mücken waren auch da, aber es scheint als gäbe es noch fast garkeine Bienen oder Wespen -- kein Wunder, denn letzte Woche war es nachts fast immer um den Gefrierpunkt. Ach ja, natürlich hatte ich gerade bevor es kalt wurde meine drinnen gezogenen Pflanzen nach draußen gesetzt.

Am Wochenende waren Kaarina, Jyrki und ich dann noch in Tornio (Jyrki durfte meine Zweiteltern kennenlernen, wie Kaarina meinte). Einschneidendes Erlebnis im Leben der beiden anderen: Ihr erster Besuch bei Ikea. Sehr lustig zu sehen, dass IKEA-Einkaufen wohl eine Art Kulturfertigkeit ist. Garnicht so selbsterklärend wie ich dachte. Und in Originalsprache.
Ansonsten bleibt vom Wochenende eine leichte Bräunung und viel Rhabarber aus dem Garten. Selbiger ist inzwischen in ein Kuchenexperiment (mäßig geglückt) und Sima (finnisches Met, noch nicht trinkfertig) umgewandelt.

Und alle bereiten sich auf ihren Sommerurlaub vor -- nur ich muss noch bis zum 18.7. arbeiten...

Mittwoch, 13. Februar 2008

Landwochenende

Ich mag finnische Freizeitbeschäftigungen. Glücklicherweise habe ich meine "Adoptiveltern" in Tornio (hauptamtlich die Eltern meiner Mitbewohnerin).

Am Samstag war ich mit Seppo (Vater) und Nappe (Lapplandhund) im eigenen Wald skifahren -- mal nicht auf den fast täglich präparierten "artificial tracks" sondern auf selbstgemachten Loipen. Abgesehen davon, dass neumodische Skistöcke auf solche Gegebenheiten nicht eingestellt sind, war es sehr schön. Seppo hatte wie immer viele Waldgeschichten zu erzählen und Nappe perfektionierte seine Technik im Vorlaufen und dann plötzlich in der Loipe Stehenbleiben. Ich habe drei Elchspuren und null Elche gesehen.
Und am Sonntag liess sich Nappe vor den "Potkuri" (potkukelkka, Tretschlitten) spannen und rannte so schnell er konnte. Auf dem Rückweg trotteten wir dann gemeinsam nach Hause.

Für nächsten Sommer hat Seppo bereits geplant, Kaarina und mir sämtliche verschiedenen Fischereitechniken beizubringen -- wobei mir diejenigen, wo das kleine Ruderboot und einer der mächtigsten Flüsse Nordeuropas (Torniofluss), der im Hintergarten fliesst, zusammen vorkommen noch nicht ganz geheuer sind.

Ach ja, das Hauptereignis war der 60. Geburtstag von Kaarinas Mutter. In ländlichen Gegenden in Finnland scheint es üblich zu sein, dass man Leute nicht so direkt einläd, sondern höchstens sagt, sie könnten ja dann mal vorbeikommen. Andererseits kommen auch Leute vorbei, wenn man garnicht einläd -- einfach so zum Geburtstag.
Deswegen wusste niemand genau, wie viele Leute kommen würden -- es wurde so zwischen 10 und 20 geschätzt. Den ganzen Samstag und auch schon am Freitag davor wurde gebacken und anderweitig vorbereitet. Später kamen mindestens 20 Leute -- und sehr lustig zu beobachten war: Die Geburtstagsgesellschaft teilte sich fast sofort nach Geschlechtern -- die Frauen im Wohnzimmer, die Männer im Nachbarraum. Als ich nachfragte, wurde mir gesagt, dass das immer so sei.

Ansonsten bleibt nur zu vermelden, dass ich aus Versehen meine Kamera zu Hause vergessen habe und dass wir noch sehr leckere Moltebeerensahnetorte zu Hause haben.