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Montag, 28. Januar 2008

Kaamos in Lappland

Ich weiß, Sylvester ist lange vorbei, aber da ich irgendwann mal angefangen hatte, diesen Bericht zu schreiben, müsst ihr ihn halt jetzt lesen. Immerhin gibts auch Fotos, die Schlittenhunde sind speziell für Fabienne ;-). Und auf den Bildern sieht man auch, was ein Potkuri ist. Aaalso:

Zwischen den Jahren war ich auf großer Reise: Insgesamt über 40 Stunden Reisezeit: Erst nach Hamburg, dann Aachen, Weihnachten wieder in Hamburg und zu guter Letzt über Oulu nach Lappland zum Jahreswechsel.
Ich hatte einen tollkühnen Gast aus Deutschland, der sich traute, in der dunklen Einöde bei unmenschlichen Temperaturbedingungen mehrere Tage zu verbringen -- Andreas.
Ihn wie mich erwartete in Oulu lediglich Temperaturen um den Gefrierpunkt, kaum Schnee, dafür aber eine Rutschpartie. So glatt habe ich es in Oulu noch nie erlebt. Am nächsten Morgen ging es im Auto zu Viert weiter nach Lappland. Ich hinten auf dem Mittelsitz, Skier haben schliesslich auch ein Anrecht auf Platz im Auto.
Auf unserer Zwischenstation in Tornio bei Kaarinas Eltern gab es traditionelles finnisches Weihnachtsessen -- Schinken (und ganz viel anderes).
Am Torniofluss ging es weiter nach Norden, die Sonne im Rücken. Das war das letzte Mal auf dieser Reise, dass wir die Sonne sahen -- denn am Ziel war "Kaamos". Kaamos bedeutet, dass die Sonne überhaupt nicht aufgeht. Hell wird es allerdings trotzdem, zumindest ein bischen für einige Zeit. Ehrlich gesagt ist Kaamos nicht besonders schlimm, wenn man Ferien hat und nicht wie in Oulu nur am Wochenende die Sonne sieht... Das Ziel war ein Ferienhaus ("Mökki") in der Nähe des Fjells Levi.
Sehr kalt war es auch dort zunächst nicht und so beschlossen wir am nächsten Tag Abfahrtski zu fahren. Das kann man wirklich empfehlen -- auch wenn der Berg nicht besonders groß aussieht gibt es viele recht abwechslungsreiche Abfahrten und Lifte auf verschiedenen Seiten des Bergs.
Tags darauf trauten sich drei von uns, einmal um Levi auf Langlaufskiern zu fahren. Diese 20 km waren auf Skatingskiern das längste was ich bisher versucht habe aber es ging erstaunlich gut. Gemein war nur, dass fast alle Abfahrten nach kilometerlangem Aufwärtsmühen steil sowie ziemlich eisig und kurvig waren, so dass zumindest in großen Teilen Schrittgeschwindigkeit angesagt war.Dann wurde es endlich wirklich kalt. Bei Temperaturen zwischen -15 und -25 Grad waren eher gemütliche Aktionen wie Grillen in der Lappenhütte (Kota) hinterm Haus, Skifahren im Garten (eine Runde ist ein halber Kilometer) und Potkurifahrten angesagt. So richtig lange draußen bleiben wollte man nicht. Dafür stieg der Verbrauch von Minttukakao (Minttu ist ein Pfefferminzlikör, Feuerholz für die Sauna und Brettspielen stark an.
Außerdem besuchten wir das Lappische Dorf, das aber eher eine Enttäuschung war. Sehr touristisch. Aber immerhin gab es viele Schlittenhunde und Rentiere zu sehen.

Nordlichter gabs diesmal leider nicht und zu Andreas Leidwesen nur am ersten Tag dieses "seltsame" Licht, dass manchmal am Vormittagshimmel erscheint. Aber auch ohne Nordlichter war der Nachthimmel wunderschön. Dass es so viele Sterne gibt vergisst man in der Stadt leicht...Wieder in Oulu hatte ich noch einen Tag Zeit, Andreas die Stadt zu zeigen. Wir haben eine Runde von der zugefrorenen Nordsee in Nallikari über die verschiedenen kleinen Inseln in die Innenstadt gemacht und uns dann im Kaffee wieder aufgewärmt. Dann noch ein Rundgang durch Marimekko und Stockmann. Besuch zu haben ist wirklich schön -- da hat man mal wieder einen Anlass, sich die Stadt anzugucken.

Edit: Fotos wie immer auf der rechten Seite verlinkt und auch hier.

Mittwoch, 21. März 2007

Konsistenzprüfung nicht bestanden!

Ich hab die finnischen Sprache, bzw. dem geringen Teil den ich schon kenne, mal auf Konsistenz geprüft... leider hat sie nicht bestanden. Hier zwei Beispiele.

Das erste mal auf englisch, das ist nämlich einfacher:
morning = aamu
tomorrow = huomenna
Good Morning! = Huomenta! (???)

Das zweite ist etwas anders geartet:
Wie viele Menschen wissen, komme ich aus Hamburg, bzw. auf Finnisch aus "Hampuri", bin also Hamburgerin bzw. "hampurilainen".

Selbige kann man allerdings auch in der Kantine kaufen -- zusammen mit "ranskalaiset" was "Franzosen" bedeutet ;-) Da ist wohl irgendwem mal ein kleiner Übersetzungsfehler unterlaufen...

Soviel zu den Seltsamkeiten der finnischen Sprache. Ich kann sie leider immer noch nicht. Aber immerhin verstehe ich manchmal was. Vielleicht bin ich eine der wenigen Ausländer in diesem Wohnheim, die tatsächlich die Möglichkeit haben, finnisch zu lernen, weil ich es den ganzen Tag höre. Und es wäre schon ganz nett, mal ein bischen mehr in der Kaffeepause von den Gesprächen zu verstehen, die mich nicht direkt betreffen... ich hab also zumindest eine Motivation.

Heute hat übrigens der "Finnish Survival Course" angefangen. Das soll eine Mischung zwischen Sprachkurs und Landeskunde sein. Da ich ja offiziell Studentin an der technischen Fachhochschule (nix mehr mit Elite...) bin, kann ich kostenlos daran teilnehmen.
Die Leute aus dem Wohnheim, die den letzten Kurs besuchen haben, können allerdings nicht mehr finnsch als ich... aber es ist ganz lustig.
Und vielleicht bekomme ich auch noch einen "richtigen" Finnschkurs von Nokia gesponsert. In meinen Lernzielen bei der Arbeit steht neben allem möglichen technischen Kram auf jeden Fall auch "Finnisch".

Erlebt hab ich am Wochenende auch was: Ich war in Ruka, also in Lappland, zum Skifahren.
Da das von der Uni aus organisiert wurde, hat das genau nichts gekostet aber ne Menge Spaß gemacht. Man konnte natürlich auch kostenlos betrunkene und sehr betrunkene Finnen sehen ;-). Und es gab richtige Berge bzw. "tunturi" wie hier die Berge heißen, wenn sie oben so ein bischen rund und unbewaldet sind.



Fotos gibts natürlich auch -- bald bestimmt auch online.

Ungefähr das gleiche mache ich am kommenden Wochenende: Ich fahre mit dem Nokia Ski Club nach Levi (das ist noch weiter nördlich und ein bischen bergiger als Ruka).
Wir werden das ganze Wochenende in einer Hütte wohnen und (Abfahrt-)Skifahren. Klingt auf jeden Fall sehr lustig. Und es ist eine gute Übung, die ganzen finnischen Organisationsemails hierzu zu lesen.

Viele Grüße in die Welt!

Montag, 5. März 2007

Murtomaahiihto


Wie schon angedeutet war ich gestern Skifahren. Ich erklomm riesige Hügel und musste diese dann vor allem todesmutig wieder herunterstürzen (abfahren ist mit Langlaufskiern etwas gewöhnungsbedürftig... aber der Schnee hier schmeckt gar nicht so schlecht). Für die extrem lange Strecke von etwa 10 Kilometern brauchte ich ca. 2 1/2 Stunden und holte mir einen geradezu erstaunlichen Muskelkater. Von dieser Strecke verteilten sich allerdings 2 Stunden auf den Hinweg (man muss auch erstmal die Loipe finden) und eine halbe Stunde auf den Rückweg ;-).

Dafür hab ich die unglaublich schöne Natur hier genießen dürfen (ganz ehrlich -- sowas gibts in Deutschland einfach nicht). Ca. 50 Meter hinter dem Wohnheim scheint Finnland nur noch aus Bäumen, Schnee und verschiedenem anderen Formen gefrorenen Wassers zu bestehen. Zwischendrin einzelne Zivilisationszeichen wie z.B. formschöne Plattenbauten (ca. 95% aller Häuser, die nicht aus Holz bestehen, haben ein Flachdach).
Schaut euch die Fotos an!