Vielleicht das einzige Wort von dem jeder Finne den richtigen Artikel kennt (woher wohl). Ich habe mich dem finnischen Trend angeschlossen und auch eins importiert. Letzte Woche hat meine Mutter es dann sogar in Deutschland abgemeldet bekommen -- das Auto hab ich im Mai mitgebracht. Selbst wenn man mein Unangenehme-Sachen-Verschleppungstalent abzieht, ist das eine lange Zeit... und eine langweilige Geschichte. Ihr brauchts nicht zu lesen, aber falls jemand ein Auto nach Finnland importieren oder mitbringen möchte, ist dies vielleicht doch interessant:
Wer ein Auto nach Finnland bringen möchte, sollte sich mehr Gedanken machen, als ich das im Sommer getan habe. Meine Eltern hatten sich gerade ein neues Auto gekauft und so kam es, dass ich das alte mit nach Finnland als Umzugsauto nehmen konnte. Gleichzeitig suche eine Freundin gerade ein gebrauchtes Auto, ich wurde es also auch wieder los ;-) (ich mag Autos eigentlich nicht so gerne, Motorräder kann man viel besser parken).
Vorbereitungen in Deutschland: Auto packen, losfahren.
In Finnland: Auto auspacken, an Freundin verkaufen.
So weit, so einfach -- und ich war das Auto schon wieder los, durfte aber trotzdem zu einigen Institutionen mitkommen ;-). Zuerst muss man zum finnischen Zoll, dem 'Tulli'. Den hätte ich vermutlich auch schon in Helsinki an der Fähre aufsuchen sollen, um mir einen Einreisestempel zu holen, aber das nahm niemand so genau. Die Leute im Ouluer Tulli sind übrigens ziemlich nett, dass hab ich auch später mit meinem Motorrad noch mal feststellen können. Ja, auch auf Autos die aus der EU kommen, muss Einfuhrzoll gezahlt werden. Trotzdem ist es eine Art Nebenverdienst für einige Finnen, gebrauchte Autos aus Deutschland zu importieren ("Immer wenn mein Vater und ich früher Autos aus Deutschland holen, essen wir Döner" hab ich zum Beispiel mal in der Kaffeepause gehört).
Dann ging es zum Katsastus, dem finnischen TÜV-Equivalent. Leider wurden meiner Freundin dort die deutschen Fahrzeugpapiere abgenommen,. Allerdings wurde ihr versichert, dass die Anmeldung in Finnland an die deutschen Behörden weitergeleitet werden würden. Nach der offiziellen Anmeldung in Finnland, die erst dann erfolgt, wenn der Einfuhrzoll bezahlt ist. In unserem Fall dauerte das so drei Monate.
Leider kam im Hamburger Strassenverkehrsamt nichts dergleichen an, man behauptete, dass sowieso 90 Prozent der ausländischen Abmeldungen auf dem Weg verlorengingen. Weiterhin weigerte man sich, das Auto mit Kopien der vorläufigen finnischen Papieren und den Nummernschildern abzumelden. Den Fahrzeugbrief brauche man, sonst ginge garnichts. Finnische Papiere kann man keinesfalls annehmen, auch wenn sich die Fahrgestellnummer, das alte Kennzeichen und ein offizielles Siegel darauf befinden.
Und jetzt? Wir beschlossen, noch ein wenig zu warten, ob doch noch was ankommt. Leider nicht.
Schliesslich hatte ich die Idee, den finnischen Fahrzeugschein und -brief beim Magistraat offiziell beglaubigen zu lassen und mein Glück nochmal zu versuchen. Auf diesen Dokumenten stehen auch tatsächlich jeweils zwei deutsche Wörter, nämlich "Zulassungsbescheinigung, Teil 1" bzw. 2. Das scheint geholfen zu haben, vielleicht hat auch nur gerade die Sonne geschienen und der zuständige Beamte war in besserer Laune als vorher -- man weiss es nicht.
Fest steht aber: Nächstes Mal besorge ich mir ganz bestimmt Kurzzeitkennzeichen! Falls es ein nächstes Mal gibt, denn inzwischen habe ich mein Motorrad ja auch schon hergeholt, und das hat noch deutsche Nummernschilder (war aber schon beim Zoll, bzw. Tüv).
Ach übrigens, für Einwanderer und finnische Expats gibt es eine Umzugsautoregelung. Wenn man unter die fällt, muss man keinen Einfuhrzoll bezahlen. Wichtigste Regeln
1. Man muss weniger als ein Jahr in Finnland gelebt haben,
2. Man darf ein Jahr vor dem Umzugsdatum kein Student gewesen sein (das wird aber wohl eher locker gesehen)
3. Man muss das Auto eine Zeit lang vor dem Umzug besessen haben ode rHauptnutzer gewesen sein und darf es auch eine Weile lang in Finnland nicht verkaufen.
Dies alles sind eher unpraktische Regeln für mich...
PS: Alles ohne Gewähr, mehr Info gibts zum Beispiel bei www.ake.fi oder im Deutsch-Finnischen Forum.
Sonntag, 9. November 2008
Das Auto
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Imke
um
15:26
1 Kommentare
Labels: Formalitäten, Umzug
Sonntag, 18. Mai 2008
Später Bericht einer langen Reise
Auf Wunsch einer einzelnen Dame; nicht besonders live, eher sogar viel zu spät, aber immerhin mit ein paar Farbbildern -- und nicht besonders spannend, aber es muss sein, der Vollständigkeit halber ;-).
Mit einer schnell noch am Nachmittag geholten Erkältung und einer kurz danach reparierten Autoantenne machte ich mich abends um acht auf den Weg nach Travemünde: Auf die Autobahn und dann immer geradeaus, ab und zu nen bischen rechts halten und dann war ich da. Dann muss man nur stundenlang in einer Schlange warten und ab und zu ein bischen vorfahren. Im Radio gabs ein Konzert, es war also ganz gemütlich, bis darauf, dass keine Toilette in Sicht war. Nach ein paar Stunden Schlange stehen und einer Rundfahrt übers Schiff war mein Auto dann auch verstaut -- ich war gerade noch dem Manöver entronnen, rückwärts eine Rampe hochfahren zu müssen...
Fährenreisen ist sehr schön, besonders wenn man die Fahrt bezahlt bekommt und viel Zeit hat. Besonders ersteres traf auf mich zu. Ich hatte quasi ein Hotelzimmer mit Vollpension für einen Tag und zwei Nächte. Und eine kräftige Erkältung. Man beachte auch die kreative Bildauswahl in meiner Kabine. Wasser.
So gegen Dienstag mittag hatte ich alles getan, was man auf so einer Fähre machen kann: Ich war in der Sauna (sehr empfehlenswert um halb 10 morgens, da ist es dort sehr schön ruhig), hatte alle Decks sowie den Schiffsladen besucht, herausgefunden, dass auf dem Sonnendeck ca. 25 Knoten Wind herrschten, weil das Schiff ungefähr so schnell fährt, aus dem Fenster geschaut, was für Schiffe wir so überholen und gegessen. Alleinreisen wurde dann doch ein bischen langweilig. Immerhin saßen an meinem Tisch nette Leute, ein pensionierter Schiffbauingenieur und seine Frau, die "mal kurz" für ein paar Stunden nach Helsinki fuhren und mir fast sämtliche meiner Schiffsfragen beantworten konnten.Aber dann, am nächsten Morgen, wachte ich mit Blick auf Suomenlinna auf. Von da aus hatte ich letztes Jahr schon riesige Fähren beobachtet -- jetzt schaute ich in die andere Richtung. Während des Frühstücks fuhren wir an den vielen kleinen Inseln vor Helsinki vorbei und dann dauerte es noch eine gefühlte Ewigkeit bis wir angelegt hatten und ich mich endlich in mein Auto setzen konnte. Das war um 7 Uhr morgens (Ortszeit, in Deutschland war es eine Stunde früher...).
Netterweise war Jyrki nach Helsinki geflogen und nachdem ich ihn abgeholt hatte, konnten wir uns gemeinsam auf den Weg einmal halb durch Finnland machen. In Finnland ist Autofahren wirklich entspannend, es macht tatsächlich sogar Spaß, besonders wenn man nicht 600 km alleine fahren muss. Und so kam ich nach 70 Stunden Reisezeit in meinem neuen Zuhause an (das wird, sobald die Kartons alle verschwunden sind, vermutlich auch gezeigt).
Juhu, Happy End bis jetzt ;-)
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Imke
um
20:43
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Labels: Umzug
Montag, 5. Mai 2008
Los gehts!
Das Auto ist gepackt, Öl eingefüllt, Reifendruck geprüft, Fahrradgepäckträger angebaut. Sogar eine Wäsche hab ich meinem hoffentlich bald treuen Weggefährten gegönnt. Schon seit 14 Jahren dient er der Familie, in den letzten Jahren durfte ich zum Leidwesen für ihn (und das Parkhaus, aber reden wir nicht davon) ab und zu auch mal selbst fahren. Jetzt muss er einem Jüngeren weichen und wird mit mir zusammen ins Exil geschickt. Armer alter Passat ;-).
Wie man merkt, weiß ich gerade nicht so genau, was ich tun soll. Nach einem aufregenden Morgen (In der Waschanlage hat sich die Autoantenne zerlegt (nein, die muss man normalerweise nicht vorher abbauen)) ist jetzt fast alles erledigt, was man so erledigen kann. Irgendwann heute abend gibts nochmal leckeren Spargel vom Markt und Papa hilft mir, die Antenne zu reparieren... damit sollte man ja spätestens 10 Minuten, bevor man losfahren will, anfangen -- hoffentlich wirds was :-/.
Die Fähre legt um 3 Uhr nachts ab -- bis dahin hab ich noch ein bischen Zeit nach Travemünde zu kommen. Für mich wird dies das erste Mal auf einer großen Fähre sein, ich werde live und in Farbe berichten!
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Imke
um
17:48
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Labels: Umzug
Dienstag, 15. April 2008
Umziehen heißt aussortieren...
Die Aufenthaltsgenehmigung meines armen Schlagzeugs bei meinen Eltern läuft ab, und nach Finnland kann es auch nicht mitkommen (also ja, es passt ins Auto, aber dann kann nicht mehr viel anderes mit). Also wird es morgen (oder so) einen neuen Besitzer bei Eb.ay suchen -- und mir wird ein bischen komisch, besonders als ich mich beim Fotografieren dann doch nochmal dransetzen musste... immerhin ergab das lustige Fotos (und war erstaunlich laut). Aber die Becken dürfen hier bleiben und sind der Grundstock fürs nächste Schlagzeug irgendwann... Oder sucht jemand ein Schlagzeug?
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Imke
um
17:27
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Labels: Ausserfinnisches, Umzug