Posts mit dem Label Wochenende werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wochenende werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 3. März 2009

Jetzt aber: Kajaani

Inzwischen wäre der angemessene Schreibstil für diesen Artikel ja eigentlich "Es begab sich zu einer Zeit, dass Imke sich im Schlepptau des ihr keineswegs angetrauten Jünglings auf die Reise in die Weltstadt Kajaani machte... " das wäre allerdings ein bischen zu anstrengend.

Irgendwann im Februar waren wir also wie berichtet in Kajaani und verbrachten einen Wundertraumwintertag, wie noch nicht berichtet erkundete ich auch die Stadt. Die ist hilfreicherweise auch nicht so groß, es war nämlich ziemlich kalt und windig ;-).

Kajaani ist geprägt von etwas gegensätzlicher Architektur. So wurde eine Wasserschlossruine mit einer darüber führenden Straßenbrücke und zwei Wasserkraftwerken "kombiniert" und die bestehenden alten Gebäude mit Beton umrahmt. Das führt zu etwas bizarren Anblicken, wie z.B. diesem hier:Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Rathaus (das kleinste Haus am Platz):
und die Holzkirche:Auch wenn es die Bildauswahl vielleicht nicht gerade nahelegt, ist Kajaani für mich eine gemütliche Kleinstadt mit einigem an Leben -- allerdings haben es einige Leute wohl gerade recht schwer, weil eine grosse Papierfabrik neulich geschlossen wurde.

Was ich ausserdem an diesem Wochenende gelernt habe: In Finnland gehen die Leute wirklich nur zum Essen zur Tankstelle. Wobei "Tankstelle" in diesem Fall auch etwas untertrieben ist, neuerdings gibt es in Finnland diese "Laden und Riesenrestaurant mit Tankstellenanschluss"-Konglomerate, auch "ABC" genannt.

Freitag, 10. Oktober 2008

Veranstaltungshinweis: Suomi ui Unicefille

Am Wochenende findet "Finnland schwimmt für Unicef" statt und die "Settlement Big Band" spielt in der Schwimmhalle in Raksila, am Samstag vermutlich so um halb vier und um sechs. Including myself an der zweiten Posaune ;-)

Ich mache also wieder Musik! Die genannte Bigband ist die Band der Ouluer Volkshochschule und hat ungefähr das Niveau einer Volkshochschulbigband ;-). Für mich hat das nach einigen Jahren Posaunenabstinenz große Vorteile und es ist sehr entspannt. Nebenbei ist die Bandprobe auch einer der wenigen Situationen in denen ich fast ausschließlich Finnisch rede (nach Finnisch kommt Deutsch und dann erst Englisch, zu meiner Verwunderung). Also eine sehr gute Übung.

Donnerstag, 18. September 2008

Nochmal wandern

Ich bin wohl vom Wandervirus angesteckt worden. Und man muss ja im Moment exzessiv was unternehmen, bevor es dunkel und kalt wird.
Das gleiche Team wie in Muotka, nur die Schuhe waren neu und wir hatten mehr Pflaster und ein verbessertes Menü mit.


Diesmal nahmen wir den bekanntesten Fernwanderweg in Finnland: Die Bärenrunde (Karhunkierros) an der russischen Grenze, ca. 300 km nordöstlich von Oulu. Das ist kein Rundweg, und wie Kaarina und ich schon letztes Jahr festgestellt hatten, ist es relativ umständlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinzukommen. Nur wochentags fährt ein Bus zu den Startpunkten. Ich hab mir einfach mal Donnerstag und Freitag freigenommen, dann gehts ganz gut. Wir haben festgestellt, dass wir auch nicht schneller vorankommen, wenn es einen Weg gibt, weil ich immer alle paar hundert Meter stehnbleiben muss, um mir irgendwas anzuschauen...
So schafften wir es in guten drei Tagen 50 Kilometer weit von Ristikallio bis nach Juuma. Der Weg führt weitestgehend durch felsigen Wald, was zu dieser Jahreszeit besonders schön ist es ist nämlich Ruskaaika (so ne Art Indian Summer).Nach der letzten Tour durch die Wildnis erscheint der Karhunkierros recht urban. Es gibt überall Hütten, Feuerplätze und Toiletten. Und Leute. Da der Weg durch einen Nationalpark führt darf man auch nur an den vorgesehenen Stellen, in der Nähe von Feuerstellen oder Hütten campen. Dank des finnischen Armeeschlafsacks, den ich geliehen bekam, war mir selbst bei Minusgraden im Zelt nicht kalt. Morgens und abends allerdings schon, da war es gut, viel zusätzliche Kleidung mitzuhaben.
Meine neuen Schuhe halten wunderbar, meine verpflasterten Hacken sind sogar auf der Tour weiter geheilt.Und Bären gibts da kaum, dafür haben wir aber einen weiblichen Metso und viele Wasservögel gesehen. Und natürlich Rentiere und Mücken, letztere waren aber kaum noch einsatzfähig. Im Sommer könnte dieser Weg allerdings zur Hölle werden, es gibt zumindest unzählige fließende und stehende Gewässer.
Die Hauptattraktionen des Weges sind seltsam geformte Felsen, Wasserfälle und Stromschnellen. Es gibt erstaunlich viele verschiedene Gesteinsarten die anscheinend in der Eiszeit zusammengepresst wurden. Die Flüsse meandern großzügig und erzeugen an vielen Stellen Inseln, Seiten und Ausgleichsströme und hohe Sanddünen. Außerdem gibt es "Hiidenkirnus", große runde Löcher im Fels, die durch drehene Steine im Fluss erzeugt wurden. Und natürlich tausende Beeren, seltsame Pilze, tote Bäume, ölige Sümpfe etc.
Interessant waren auch die Baumstämme, die Anfang des 20. Jahrhunderts gefällt worden waren und dann nicht vernünftig durch die Flüsse transportiert werden konnten. Ein paar liegen da immer noch, zusammen mit den Resten der 1939 aufgekauften und an Ort und Stelle zurechtgesägten. Kompostierung läuft hier im Norden so erstaunlich viel langsamer als in Mitteleuropa. Das kann man auch sehr schön an den toten, aber noch stehenden Bäumen sehen, die sich im Laufe der Jahre durch einseitige Sonneneinstrahlung völlig verdrehen.

Am letzten Tag sind wir auf der "kleine Bärenrunde" gewandert. Die Landschaft ist dort wirklich schön, aber am Wochenende gibt es wirklich viele Tagesbesucher (wir haben auf 10 km bestimmt 100 Leute gesehen...) und man wird mit großem Rucksack bestaunt wie ein Mondkalb (ungefähr zumindest ;-).
Zurück ging es von Juuma mit dem Taxi nach Kuusamo, wo dann sogar am Wochenende Busse nach Oulu fahren.
Schöne Sache, aber ich glaube, ich mag "echte Wildnis" noch lieber.

Ach ja, Fotos gibts natürlich auch.

Donnerstag, 4. September 2008

Wochenendtip: Oulun Päivät (Oulu Days)

Am Wochenende findet eine Art allgemeines Festival in Oulu statt, wo alle möglichen Aktivitäten angeboten werden. Ich zitiere hier mal die interessantesten aus dem englischen Programm und kann sie leider auch nicht unkommentiert lassen:

Freitag:
‘Muumi ja vaarallinen juhannus’ (The Moomin and the Dangerous Midsummer).
Open air film showing. Muse Party. Hupisaari Summer Theatre. Tickets: 5€
-- Wettervorhersage für Freitag nacht: kalt. Zu kalt für Filme draussen zumindest...

Samstag:
1pm – 2pm.
‘Get to know Salmon.’ An event for people who want to know more about salmon. Kaltie, Merikoski.
-- Lerne Lachs kennen...

2.15pm – 5pm.
‘Women as Decision-Makers.’ Discussion. Oulu City Library lower lobby.
-- Bitte?

1pm
Nordic stick-walking with the Bishop of Oulu, the Rt Rev’d Samuel Salmi. The bishop will be Nordic stick-walking in front of Oulu City Theatre and you can go and walk with him.
-- Die spinnen, die Finnen...

Und dann gibts natürlich noch wirklich viele "normale" interessante Sachen.

Mittwoch, 18. Juni 2008

Bald ist Juhannus

In meinem Leben passiert gerade nicht viel Erwähnenswertes, dafür ist aber viel los ;-) Ich erwähne einiges einfach trotzdem, und zwar relativ ungeordnet:

Nächstes Wochenende ist Juhannus, also Mitsommer! Wir fahren nach Vuokatti, mit 9 Leuten in ein großes Mökki (Ferienhaus). Das Wetter ist "epävakainen", d.h. die Meteorologen haben keinen Schimmer, aber soviel wie es im Moment regnet kann es nur gut werden.

Nokia-Sommerfest war letzten Freitag. Nokia mietet dazu eine riesige Wiese, baut eine Bühne und mehrere Verpflegungsstände auf -- und das reicht ja auch schon ;-) Dann kommen ein paar tausend Leute zur Party und suchen einander. Das Auffinden von bestimmten Leuten kann einige Stunden dauern, aber dafür findet man dann meistens andere Leute. Die Mücken waren auch da, aber es scheint als gäbe es noch fast garkeine Bienen oder Wespen -- kein Wunder, denn letzte Woche war es nachts fast immer um den Gefrierpunkt. Ach ja, natürlich hatte ich gerade bevor es kalt wurde meine drinnen gezogenen Pflanzen nach draußen gesetzt.

Am Wochenende waren Kaarina, Jyrki und ich dann noch in Tornio (Jyrki durfte meine Zweiteltern kennenlernen, wie Kaarina meinte). Einschneidendes Erlebnis im Leben der beiden anderen: Ihr erster Besuch bei Ikea. Sehr lustig zu sehen, dass IKEA-Einkaufen wohl eine Art Kulturfertigkeit ist. Garnicht so selbsterklärend wie ich dachte. Und in Originalsprache.
Ansonsten bleibt vom Wochenende eine leichte Bräunung und viel Rhabarber aus dem Garten. Selbiger ist inzwischen in ein Kuchenexperiment (mäßig geglückt) und Sima (finnisches Met, noch nicht trinkfertig) umgewandelt.

Und alle bereiten sich auf ihren Sommerurlaub vor -- nur ich muss noch bis zum 18.7. arbeiten...

Mittwoch, 21. März 2007

Konsistenzprüfung nicht bestanden!

Ich hab die finnischen Sprache, bzw. dem geringen Teil den ich schon kenne, mal auf Konsistenz geprüft... leider hat sie nicht bestanden. Hier zwei Beispiele.

Das erste mal auf englisch, das ist nämlich einfacher:
morning = aamu
tomorrow = huomenna
Good Morning! = Huomenta! (???)

Das zweite ist etwas anders geartet:
Wie viele Menschen wissen, komme ich aus Hamburg, bzw. auf Finnisch aus "Hampuri", bin also Hamburgerin bzw. "hampurilainen".

Selbige kann man allerdings auch in der Kantine kaufen -- zusammen mit "ranskalaiset" was "Franzosen" bedeutet ;-) Da ist wohl irgendwem mal ein kleiner Übersetzungsfehler unterlaufen...

Soviel zu den Seltsamkeiten der finnischen Sprache. Ich kann sie leider immer noch nicht. Aber immerhin verstehe ich manchmal was. Vielleicht bin ich eine der wenigen Ausländer in diesem Wohnheim, die tatsächlich die Möglichkeit haben, finnisch zu lernen, weil ich es den ganzen Tag höre. Und es wäre schon ganz nett, mal ein bischen mehr in der Kaffeepause von den Gesprächen zu verstehen, die mich nicht direkt betreffen... ich hab also zumindest eine Motivation.

Heute hat übrigens der "Finnish Survival Course" angefangen. Das soll eine Mischung zwischen Sprachkurs und Landeskunde sein. Da ich ja offiziell Studentin an der technischen Fachhochschule (nix mehr mit Elite...) bin, kann ich kostenlos daran teilnehmen.
Die Leute aus dem Wohnheim, die den letzten Kurs besuchen haben, können allerdings nicht mehr finnsch als ich... aber es ist ganz lustig.
Und vielleicht bekomme ich auch noch einen "richtigen" Finnschkurs von Nokia gesponsert. In meinen Lernzielen bei der Arbeit steht neben allem möglichen technischen Kram auf jeden Fall auch "Finnisch".

Erlebt hab ich am Wochenende auch was: Ich war in Ruka, also in Lappland, zum Skifahren.
Da das von der Uni aus organisiert wurde, hat das genau nichts gekostet aber ne Menge Spaß gemacht. Man konnte natürlich auch kostenlos betrunkene und sehr betrunkene Finnen sehen ;-). Und es gab richtige Berge bzw. "tunturi" wie hier die Berge heißen, wenn sie oben so ein bischen rund und unbewaldet sind.



Fotos gibts natürlich auch -- bald bestimmt auch online.

Ungefähr das gleiche mache ich am kommenden Wochenende: Ich fahre mit dem Nokia Ski Club nach Levi (das ist noch weiter nördlich und ein bischen bergiger als Ruka).
Wir werden das ganze Wochenende in einer Hütte wohnen und (Abfahrt-)Skifahren. Klingt auf jeden Fall sehr lustig. Und es ist eine gute Übung, die ganzen finnischen Organisationsemails hierzu zu lesen.

Viele Grüße in die Welt!

Sonntag, 11. März 2007

Finnische Wochenendbeschäftigungen, Teil 1

Ich habe das Wochenende damit zugebracht, finnische Wochenendbeschäftigungen auszuspionieren. Die erste lernte ich Freitag Nacht kennen. Ich schloss mich ein paar Leuten aus dem Wohnheim an, die weggehen wollten und landete in einem Ouluer Nachtklub (nachdem ich meinen Ausweis vorgezeigt hatte. Personalausweis heißt auf finnisch übrigens henkilötodistus.). Ich hatte schon die ganze Woche sowohl auf der Arbeit als auch auf unserem (von Erasmus-Studenten bevölkerten) Flur, interessante Geschichten über finnisches Nachtleben gehört, aber es war nochmal etwas anders, das ganze selbst zu erleben. Also:
Finnen können sehr betrunken werden -- und tun dies auch. Diese sonst sehr ruhigen Menschen sind dann zeitweise nicht mehr besonders ruhig, danach dann dafür um so mehr. Die passendste Bemerkung kam hierzu eigentlich von Dorota, einer Polin, die auf dem gleichen Flur wohnt wie ich: "I won't ever have a finnish boyfriend, which I have to carry home after going out!". Es ist tatsächlich so, dass die Menschen hier trinken, bis sie nicht mehr gehen können. Auch wenn sie mit ihrer Freundin unterwegs sind. Übrigens können auch finnische Frauen sehr betrunken sein... Es ist ja nicht so, dass das in Deutschland nie passieren würde, aber nicht in einer solchen Häufung. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht -- sehr schön war übrigens auch der Rückweg um halb 5 zu Fuß durch die gefrorene Stadt.

Wochenendbeschäftigungen, Teil 2


Am Samstag konnte man nicht viel draußen unternehmen, weil es einfach ziemlich fies regnete. Allerdings wollte ich in die Stadt und hab natürlich meinen Bus verpasst und durfte laufen...
Am Sonntag war das Wetter jedoch erträglich und ich unternahm eine kleine Inselwanderung über die Oulu vorgelagerten Inseln, um die Ostsee zu besuchen. Auch hier ist zu sehen, dass es Frühling wird, denn in den noch nicht ganz zwei Wochen, die ich hier bin, kann man von Tag zu Tag mehr eisfreie Stellen auf den Flüssen und der Ostsee sehen.
Auf dem Weg zurück in die Stadt konnte ich weitere Wochenendbeschäftigungen der Einheimischen beobachten. Es ist kein Klischee, dass die Finnen für Mitteleuropäer seltsamen Beschäftigungen nachgehen. Sie bohren Löcher in auf Gewässern befindlichem Eis um dort zu fischen, oder dümpeln zum selben Zweck in gerade so aufgetauten Wasserlöchern mit ihrem Ruderboot herum. Aber ich wollte mich ja auch in die Riege der Verrückten einreihen: Ich hatte mich mit ein paar Leuten aus dem Wohnheim zum Eisschwimmen verabredet. Auf dem Weg von der Ostsee zum "Badestrand", wie es in der Karte so schön heißt, kamen mir doch etwas die Zweifel. Mir war nach drei Stunden in der Kälte dann doch etwas kalt geworden und spürte schon ein leichtes Kratzen im Hals... aber dann hab ich doch nicht gekniffen.
Um es mal vorweg zu nehmen: Ich kann Eisschwimmen nur empfehlen! Seltsamerweise ist es zwar äußerst kalt, schon alleine vom Umkleideraum zum Fluss zu laufen (das müsst ihr unbedingt mal machen: Barfuß über den Schnee laufen!) und dann erst recht, ins ca. 1 Grad kalte -- ähh warme -- Wasser zu steigen, aber es geht einem danach definitiv besser als vorher ;-). Wirklich. Außerdem bringt es Spaß.
Wir drei Eisschwimmer (Stefan aus Deutschland, Dorota aus Polen und ich) wollen auf jeden Fall nächsten Sonntag wieder zum Badestrand in Tuira. Hilfreicherweise ist auch unser Hofberichterstatter Picos (auch aus dem Wohnheim, Spanier) mitgekommen. Er war allerdings nicht dazu zu bewegen, sich auch ins Wasser zu kommen. Dafür gibt es dank ihm Fotos, die ihr hier anschauen könnt.