Die Finnen kennen sich mit Schnee aus, aber im Moment gibt es noch ein bischen mehr als sonst.
So stürzte vor ein paar Tagen eine Sporthalle unter den Schneemassen auf dem Dach ein, gestern wurde ein Supermarkt wegen Einsturzgefahr geräumt.
Die finnischen Behörden riefen die Bevölkerung auf, ihre Dächer bei zu viel Schnee zu räumen -- in allen Nachrichtensendungen wurde verbreitet, wie viel Schnee Häuser so aushalten und wann es höchste Zeit ist. Man könnte es unverantwortliche Panikmache nennen, dass ausserdem ständig erwähnt wurde, dass die Haubesitzer verantwortlich für ihre Häuser sind und keine Versicherung zahlen würde, wenn das Dach unter der Schneelast zusammenbricht.
Da anscheinend die meisten professionellen Schneeräumdienste im Moment sehr gut ausgelastet sind und die Finnen sowieso Haussachen lieber selber machen, berichten alle Nachrichtensendungen seit gestern davon, wie viele Leute bei Schneeräumaktionen von ihren Dächern gefallen sind...
Bei uns schneit es seit gestern quasi ununterbrochen und sehr ergiebig, aber nach optimistischen Schätzungen (von mir) liegt auf dem Dach eher ein halber Meter also die 80 cm auf die die Dächer anscheinend ausgelegt sind. Eben las ich in der Ouluer Zeitung, dass "normale" also Einfamilien- oder Reihenhäuser sowieso nur äusserst selten zusammenbrechen (wer hätte das gedacht).
Dafür sind wir gestern mit dem Auto in der Einfahrt im Schnee steckengeblieben, das schafft auch nicht jeder (es zeigt jedoch, dass man vielleicht erst Schnee schippen und dann wegfahren sollte).
Sonntag, 28. Februar 2010
Bitte nicht vom Dach fallen
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Imke
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10:08
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Labels: Winter
Donnerstag, 18. Februar 2010
Skalierung ist alles
Oh wie nett, nächste Woche wirds warm! ... dachte ich, bis ich aus Versehen auf die rote Skala links schaute. Immerhin zeigt die Grafik auch, dass es bei uns schon wieder richtig hell ist und dass die Sonne nicht mehr nur ein bischen Licht sondern auch Wärme bringt (Heute zum Beispiel von -27 Grad bei Dämmerung bis -22 jetzt um die Mittagszeit...).
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Imke
um
11:31
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Labels: Winter
Samstag, 13. Februar 2010
Virtuell durch Finnland
Seit ein paar Tagen ist die unstrittene StreetView Option in Google Maps für Finnland im Netz.
Einfach bei Google Maps einen Ort in Finnland eingeben und dann das orangene Männchen von links oben über der Zoombar in eine beliebige Strasse ziehen und anfangen herumzuwandern. Falls sich also jemand im Moment keine Finnlandreise leisten kann...
Ich kann verstehen warum man das bedenklich finden kann, im Moment finde ich es allerdings recht faszinierend -- unter anderem weil die Bilder in Oulu grösstenteils bei bestem Wetter im Sommer gemacht wurden ;-) Virtueller Sommer sozusagen.
Eigentlich sollte ich ja inzwischen wissen wie gross der Unterschied hier zwischen Sommer und Winter ist, aber es hat mich doch überrascht zu sehen wie grün und sonnig es sein kann.
Aber jetzt erstmal die Wintersonne geniessen und auf den anstehenden Frühling freuen -- wie man weiss ist es in Finnland Winter wenn Schnee liegt und es dunkel ist, Frühling wenn Schnee liegt und es hell ist ;-)
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Imke
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09:34
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Labels: Finnland
Mittwoch, 27. Januar 2010
Ein ungewöhnlich normaler Winter
... spotteten die Kollegen im Dezember als es richtig kalt wurde und die Lokalzeitung Ratschläge gab dass man sein Auto an die Steckdose hängen soll, damit es auch startet, was man am besten anzieht etc. -- als wäre es in Oulu sonst nie kalt.
Es ist allerdings wirklich so, dass dies der mit Abstand kälteste Winter in Oulu ist, den ich bisher erlebt habe. Klar, in Lappland waren es schon mal -30 und auch in Oulu hatten wir manchmal einen Tag oder zwei -20 Grad, aber so wochenlange echte Kälte gabs in den letzten zwei Wintern kaum.
Das wird jetzt ordentlich nachgeholt, seit Mitte Dezember ist es eigentlich die ganze Zeit kalt, selten ist es wärmer als -10 Grad, häufig -20 und manchmal sogar -30, und kein Ende in Sicht... ich finds schön.
Mit Skifahren war noch nicht viel, der Schnee ist ziemlich unrutschig und wenn es warm ist ist es meistens auch stürmisch.
Dem Haus geht es auch ganz gut, das Kistenauspacken geht langsam aber stetig voran (und wird bestimmt auch noch lange vorangehen...).
So langsam könnte es mal Frühling werden, bzw. heller. Es wird immer noch vor vier Uhr dunkel und die Sonne versteckt sich meistens sowieso hinter einer dicken Schicht Wolken. Aber man kann halt nicht alles haben (ich freu mich einfach schonmal auf die nachtlosen Nächte, wie die Finnen sagen ;-)
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Imke
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18:36
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Labels: Winter
Donnerstag, 31. Dezember 2009
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Eigentlich wollte ich einen lustigen Jahresendartikel verfassen, was mir aber jetzt gerade unpassend erscheint.
Ich wünsche euch trotzdem einen guten Rutsch und ein schönes Jahr 2010! Wir sind inzwischen umgezogen und es geht uns gut. Mehr im nächsten Jahr dann!
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Imke
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19:16
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Labels: Sylvester
Mittwoch, 18. November 2009
Hausmitteilung
Ich vernachlässige mein Blog mal wieder sträflich. Ich hätte einige schlechte Ausreden anzubieten: Arbeit, zu dunkel und wirklich nerviges Wetter, nichts zu schreiben (das stimmt noch nichtmal, aber mir fällt meistens was ein, wenn ich weit weg vom Computer bin und dann vergesse ich es sobald ich in die Nähe eines selbigen komme).

Sehr aufregend und ab und zu immer noch etwas beängstigend, ich hab schliesslich noch nie sowas Riesiges besessen -- noch nicht mal halb ;-)
Aber man muss sich ja den Gepflogenheiten des Gastlandes anpassen -- die Finnen haben einen echten Hausfimmel. Es fällt mir erst jetzt, wo ich mich ein bischen fürs Renovieren und Einrichten interessiere, auf, wieviele Fernsehsendungen es dazu gibt. Finnische Eigenproduktionen und dann auch noch Sachen aus Amerika. Bei der Arbeit gibt es Leute, die schon ihr zweites Haus bauen; und Wohnungen zu mieten ist ziemlich unüblich, zumindest in Oulu.
In drei Wochen ziehen wir um, bis dahin muss noch alles mögliche gestrichen werden und wir brauchen noch nen neuen Boden. Also, bis irgendwann mal ;-)
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Imke
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21:05
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Labels: Mentalität, Nachrichten
Sonntag, 25. Oktober 2009
Käsivarsi, Tag 11
Ich möchte euch auch den letzten Teil der Reise nicht vorenthalten, auch wenn er hauptsächlich von den Tücken und Freuden der Zivilisation handelt ;-). Leider hab ich am letzten Tag keine Fotos mehr gemacht. Das gesamte Album zum Urlaub kann man übrigens hier ansehen.
Tag 11
Da wir nur noch ungefähr fünf Kilometer Wanderstrecke vor uns haben, gehen wir es morgens gemütlich an. Ein letztes Mal wird das Zelt eingepackt und das Camp in zwei Rucksäcke verpackt. Nachdem wir während der Woche fast sämtlichen Proviant aufgegessen haben, sind die Rucksäcke recht geräumig und vergleichsweise leicht. Weil keiner so richtig Lust hat, gleich wieder in der Zivilisation anzukommen und der Tag noch lang ist, erkunden wir noch ein bischen die Gegend um unser Camp und finden seltsame Pflanzen und schwimmende Holzstückchen, die eigentlich Larven sind.
Schliesslich machen wir uns aber doch auf den Weg. Sofort geht es aus dem Hochland steil nach unten ins Buschland. Dann gibt es einen Weg zur Strasse, den wir aber mutwillig verlassen und uns stattdessen durch die Büsche schlagen, um wenigstens noch eine kleine Anhöhe zu besteigen auf dem wir natürlich auch mal wieder einen Grenzstein vorfinden, diesmal zwischen Norwegen und Finnland. Von dort aus kann man schon die Autos auf der Strasse zählen. Der Plan ist, zur Strasse und dann zum finnischen Grenzübergang zu laufen. Von da aus sind es noch mehr als zehn Kilometer bis zu unserem Hotel. Wir haben vor uns für den Rest der Strecke ein Taxi zu rufen anstatt uns auf der engen und kurvigen Strasse mit Autos und Rentieren herumzuschlagen.
Ein Taxi zum Grenzübergang zu bestellen ist jedoch keine leichte Aufgabe, denn zuerst ist die Telefonnummer, die Harri in seinem Handy gespeichert hat nicht in Benutzung, als wir dann auf komplizierten Wegen eine aktuelle Nummer herausgefunden haben, befindet sich die Taxifahrerin gerade irgendwo in Norwegen auf einer längeren Fahrt, alle anderen Fahrer sind gerade nicht im Dienst. Ausserdem bricht die Telefonverbindung hilfreicherweise immer wieder ab. Schliesslich verspricht uns die Taxifahrerin, uns auf dem Rückweg von Norwegen abzuholen, das könnte aber ne Stunde dauern. Auf eine Stunde mehr oder weniger kommt es jetzt auch nicht an, denken wir, und vertreiben uns die Zeit damit, den hiesigen Grenztourismus zu erforschen und nach taxiartigen Fahrzeugen Ausschau zu halten.
Es zwei Hauptgattungen von Grenzüberquerern. Norweger, die in Finnland Fleisch und Alkohol kaufen, und Touristen, von denen fast alle dringend am Grenzstein anhalten und Fotos von sich in verschiedenen Ländern gleichzeitig machen. Ausserdem gibt es unglaublich viele Motorradtouristen. Irgendwann muss ich auch mal mit dem Mopped nach Norwegen fahren...
Irgendwann wird es etwas langweilig und Harri hat inzwischen auch das ”kann ne Stunde dauern” einer Lappin als ”vielleicht komme ich irgendwann vorbei” übersetzt. Es ist auf jeden Fall schon deutlich später, als schliesslich ein Taxi in Sichtweite kam – und dann an uns deutlich sichtbaren, winkenden Gestalten vorbeifuhr. Per Handy kommt keine Verbindung zur Taxifahrerin zustande und wir freunden uns schon mit dem Gedanken an, doch zu laufen oder zu trampen, als die Taxifahrerin anruft und fragt, ob wir noch an einem Taxi interessiert seien. Und so wurden wir doch noch nach Kilpisjärvi gefahren. Die Taxifahrerin meint noch, dass an diesem Tag ja wirklich viel los sei und sie noch zwei weitere längere Fahrten habe. Wir sahen sie dann eine halbe Stunde später gemütlich einkaufen...
Die Sauna unseres Hotels ist toll, besonders dass sie direkt am Kilpisjärvi gelegen ist. In der Sauna wird die Mär verbreitet, dass der See höchstens 10 Grad warm ist, aber soo kalt ist er dann doch nicht. Panoramaschwimmen mit Ausblick auf die Inseln im See und die umliegenden Fjälls – das ist wirklich nicht zu verachten. Auch das Essen an diesem Abend ist deutlich besser als die restliche Woche :-). Allerdings können wir beide in den viel zu weichen und warmen Betten nicht ordentlich schlafen, so dass wir überlegen ob wir nicht doch lieber die Isomatten auf dem Boden ausbreiten wollen. Schlafen kann man jedoch auch am nächsten Tag im Bus, schliesslich sind wir wieder zehn Stunden unterwegs.
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Imke
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13:46
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